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Harte Wahrheiten beim Ausmisten


Bild Blogbeitrag Harte Wahrheiten beim Ausmisten

Es klingt so schön einfach bei Marie Kondo: Jedes Teil in den Hand nehmen und wenn es Freude macht, dann bleibt es, sonst kommt es weg.

So zu fühlen, was man um sich haben möchte ist tatsächlich eine gute Methode um Entscheidungen zu treffen. Blöderweise mischt sich sofort der Kopf ein und kommt mit Argumenten, die das Gefühl übertönen und dann steht man da und weiß nicht, wem man glauben soll.

Ganz schnell geht so die Motivation verloren und das Projekt Ausmisten endet nach 15 Minuten.


Wenn Ausmisten einfach wäre, würde es jeder tun!

Es ist schwierig, nicht nur wegen der Anzahl der Dinge und damit der Anzahl der Entscheidungen, sondern weil es ganz schnell auch sehr tief geht mit Schuldgefühlen und Fragen dazu, wer ich eigentlich bin und ob meine Sachen dazu passen.

Deswegen hier ein paar „harte Wahrheiten“ zum Ausmisten. Wenn du dir die vorher klar machst und überlegst, wie du damit umgehst, hast du eine viel größere Chance mit Erfolg aus deiner Ausmist-Aktion herauszugehen.


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Du musst nicht für jede mögliche Situation alles Zuhause haben.

Dein Zuhause ist kein Warenhaus für alle eventuellen Lebenslagen. Wenn sich etwas einfach und günstig nachkaufen lässt, behalte es nicht nur, weil du es eventuell irgendwann brauchst. Viele Dinge die du nur selten brauchst kannst du auch ausleihen oder mit etwas Improvisation durch andere ersetzen.



Das Geld ist weg.

Dinge aufzuheben weil sie mal Geld gekostet haben, bringt das Geld nicht zurück. Wenn du sie nicht mehr brauchst, gib sie weiter (verkauft oder verschenkt) so lange sie noch nicht veraltet oder kaputt sind. Nutze diese schmerzhafte Erkenntnis dafür, über künftige Konsumentscheidungen noch besser nachzudenken. Brauchst du es wirklich oder willst du es nur weil es dir jetzt ein gutes Gefühl gibt oder im Angebot ist.


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Der Wert der Dinge wird nicht steigen.

Bei gebrauchten Sachen ist es sehr unwahrscheinlich, dass der Wert in Zukunft wesentlich steigt. Vielleicht hattest in der Vergangenheit mal ein paar Schuhe, die jetzt wieder in Mode sind und „Vintage“ hoch gehandelt werden. Wenn du dein Paar behalten hättest, würdest du jetzt ordentlich was dafür bekommen. Aber hätte sich das wirklich gelohnt? Jahrzehntelang kartonweise Schuhe aufzubewahren, um darauf zu hoffen, dass eines der vielen Paare irgendwann wieder modern wird? Das klingt eher nach Glücksspiel, als nach Geldanlage, oder? Und denk den Aufwand, den sie machen: Bei jedem Umzug müssen die Schuhe mit, sie brauchen Platz, müssen gepflegt werden, damit das Leder nicht austrocknet oder die Sohle sich verfärbt. Wenn du etwas nicht mehr brauchst, verkaufe (oder verschenke) es also lieber jetzt, damit jemand anderes es jetzt verwenden kann. Das gilt nicht nur für Alltagsgegenstände, sondern auch um Sammelobjekte. Ganz ganz vieles, was mal als „wertvolle“ Sammlung angefangen wurde, ist jetzt zum größten Teil wertlos (wer sammelt noch Briefmarken?). Behalte solche Dinge nur, wenn sie für dich persönlich wertvoll sind, nicht als Geldanlage.


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Schuldgefühle gehören dazu.

Es tut weh, Sachen auszusortieren, die voller Hoffnung gekauft, aber dann doch nie genutzt wurden. Oder Geschenke, mit denen du nichts mehr anfangen kannst. Sei dankbar, dass jemand an dich gedacht hat oder dass du etwas über dich lernen konntest und verabschiede dich davon. Besser jetzt einmal noch Schuldgefühle haben, als jedes mal wenn dir das Teil in die Hände fällt. Und ja, du darfst auch Bücher aussortieren. Nicht jedes Buch ist gesellschaftlich wertvoll. Vielleicht mag sie jemand anderes noch lesen, anstatt dass sie bei dir verstauben.


Sei wer du bist.

Wir kaufen gerne für die Person, die wir gerne wären, anstatt für die, die wir jetzt sind. Ganz oft passiert das bei Kleidung und Make Up. Es ist wichtig, sich an seine Wünsche und Pläne zu erinnern, aber wenn du dich jetzt mit zu vielen Sachen umgibst, die nicht deinem Leben entsprechen, macht dich das nur unzufrieden. Speziell gilt das für Kleidung, für die du noch abnehmen musst. Scham und schlechte Gefühle dir gegenüber sind keine gute Motivation! Dazu kommen Dinge, die man hat weil man Erwartungen anderer erfüllen möchte. Dabei geht es oft um Haushaltsgegenstände, die man meint als „ordentlicher Haushalt“ besitzen zu müssen (z.B. etliche Weingläser-Sets obwohl du nie feierlichen Essen ausrichtest und selber Wein aus Wassergläsern trinkst). Dazu kommen noch die vielen halbfertigen (oder noch nicht mal angefangenen) Projekte. Ständig zu sehen, was du noch nicht fertig bekommen hast, ist kein gutes Gefühl. Plane jetzt, wann genau du einen Plan umsetzen wirst. Schaffst du das nicht, trenne dich von den Sachen dafür.


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Ausmisten ist keine einmalige Aktion.

Wenn du auf das Ziel hinarbeitest, „fertig“ ausgemistet zu haben, wirst du enttäuscht sein. Ein Zuhause ist kein Museum, sondern eben ein Zuhause. Täglich kommen und gehen Dinge, Bedürfnisse ändern sich mit den Jahreszeiten und den Lebensumständen. Trotzdem lohnt ausmisten sich! Nach der ersten großen Aktion kannst du daraus Gewohnheiten machen, die dafür sorgen, dass es nicht mehr so viel wird. Außerdem schafft Ausmisten ein Bewusstsein dafür, was du eigentlich brauchst und wie viel du schon hast. Idealerweise sorgt das dafür, dass du in Zukunft bewusstere Entscheidungen beim Einkaufen triffst und weniger Überflüssiges den Weg in deine Wohnung findet.


Ausmisten alleine reicht nicht.

Ok, wenn hinterher fast nichts übrig bleibt, dann kann Ausmisten ausreichen. Für alle anderen ist es nur der erste Schritt zu dauerhafter Ordnung. Und es ist ein wichtiger Schritt, denn weniger „Inventar“ bedeutet in Zukunft weniger Arbeit beim Aufräumen und sauber machen. Auf das Ausmisten folgt dafür aber erst noch das Organisieren, bei dem du deinen Dingen ein System gibst. Es geht darum, für alles sinnvolle Plätze zu schaffen, so dass die Sachen gut zu erreichen und einfach wegzuräumen sind. Und dann folgen die regelmäßigen Gewohnheiten, die dafür sorgen, dass die Dinge tatsächlich wieder an ihrem Platz landen und dass Neuzugänge ins System integriert werden. Mit diesen Schritten wird die Ordnung tatsächlich dauerhaft und wird dir deutlich leichter von der Hand gehen.


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Du kannst nur für dich selbst handeln.

Auch wenn es dich in den Fingern juckt: Die Dinge anderer Personen in deinem Haushalt sind tabu. Das gilt natürlich für Erwachsene, aber auch für Kinder. Ab dem Kindergartenalter sollten sie in Entscheidungen über ihre Dinge einbezogen werden. Du darfst natürlich erklären, anleiten und mit gutem Beispiel voran gehen! Mehr zum Thema Ordnung im Kinderzimmer kannst du hier und hier nachlesen. Auch wenn du niemanden zu Ordnung zwingen kannst, darfst du mit den anderen Regeln ausmachen. Du musst nicht stumm zusehen, wenn das Wohnzimmer zum Kinderzimmer 2.0 wird oder ihr den Esstisch nicht nutzen könnt weil jemand ihn dauerhaft für ein Hobby blockiert. Versucht stattdessen für jeden Bereiche zu schaffen, in denen sie sich ausleben können, ohne dass es alle anderen stört.



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Keine harte Wahrheit:

Ausmisten muss nicht radikal sein und auch nicht in einer Hauruck-Aktion erledigt werden.

Du entscheidest, wie viel oder wenig du ausmisten möchtest. Es gibt natürlich Rahmenbedingungen, vor allem wie viel Platz zur Verfügung hast, aber es zwingt dich niemand, am Ende nur noch mit einer Minimalausstattung dazustehen wenn du eigentlich mehr willst. Auch wann und wie viel Zeit du investierst ist deine Entscheidung. Die Anzahl der Dinge ist die gleiche, ob du nun täglich ein paar Minuten weiter machst oder an einem Wochenende viele Stunden ausmistest.



Und, welche harte Wahrheit hat dich am meisten zum Nachdenken gebracht? Nimm dir ruhig noch etwas Zeit und denke die Gedanken fertig, dann helfen sie dir bald bei der Umsetzung, anstatt im Weg zu sein.

Hier, hier und hier kannst du übrigens noch mehr zu Ausmist-Blockaden nachlesen.

 

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