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Kein Chaos im Kinderzimmer


Sieben Tipps gegen Chaos im Kinderzimmer - Deine klare Linie

Bei uns gibt es Chaos im Kinderzimmer

Zunächst etwas „Real Talk“:

Mein eines Kind räumt gerne auf und macht das komplett selbstständig, ist allerdings aus der intensiven Spielzeit schon raus. Das einzige Manko: Müll, zusammengefegter Dreck und alles, was nicht mehr gebraucht wird landet einfach vor der Zimmertür. Da darf ich mich dann drum kümmern.


Mein anderes Kind spiel sehr gerne mit Dingen, die viele, viele kleine Teile haben.

Dabei nutzt es nicht nur ein System (Hallo, Lego!), sondern noch ein paar andere. Alle paar Wochen räumen wir gemeinsam auf, aber in der Zwischenzeit sind sowohl der große Schreibtisch als auch der Fußboden mit einer großzügigen Schicht kleiner Teile bedeckt.


Für mich ist das ok, so lange dazwischen weder Müll noch Schmutzwäsche liegen und ein Weg von der Tür zum Bett begangen werden kann, ohne sich Kleinteile in die Fußsohlen zu bohren.

Bei uns gibt es also eine Menge Chaos im Kinderzimmer.


Ausprobieren, was funktioniert

Die Tipps, die ich euch hier gebe, wende ich also nur bedingt selber an.

Das heißt nicht, dass sie nicht funktionieren, aber jede Familie ist anders: Andere Kinder, andere Ansprüche, andere Räumlichkeiten.

Es lohnt sich auf jeden Fall, verschiedene Dinge auszuprobieren, auch wenn man sich nicht vorstellen kann, dass es klappt. Aber anscheinend bist du nicht mir der aktuellen Situation zufrieden, sonst hättest du wahrscheinlich nicht auf diesen Text geklickt.


Sieben Tipps für mehr Ordnung im Kinderzimmer

Plus ein Bonustipp am Ende


1 - Weniger ist mehr

Für Kinder und Erwachsene gilt:

Zu viel Auswahl überfordert und erschwert die Konzentration auf eine Sache.

Der Gedanke, den Kindern mit einer großen Auswahl etwas Gutes zu tun, ist verständlich, aber so funktioniert es nicht. Denn gerade wenn nur wenig zur Verfügung steht, fördert das kreatives und ausdauerndes Spielen. Vielleicht erinnerst du dich noch, wie du mit einem Stock und ein paar Steinen ganze Phantasiewelten geschaffen hast?

Weniger Spielsachen haben aber natürlich noch einen anderen Effekt: Es ist der einfachste Weg zu einem aufgeräumten Kinderzimmer.

Schau dir deswegen regelmäßig an und entscheide mit deinem Kind, welche Dinge bleiben sollen und an welchen kein Interesse mehr besteht. Mit etwas Übung werden Kinder gute Entscheider, die ein Gefühl dafür haben, was noch Bedeutung für sie hat. Dabei solltest du die Interessen des Kindes akzeptieren. Bei uns hat das zum Beispiel dazu geführt, dass die Holzeisenbahn gegangen ist. Die Kindern haben sie zwar alle paar Monate mal aufgebaut, dann aber überhaupt nicht damit gespielt. Da es bei Oma auch eine Eisenbahn gibt, haben wir entschieden, dass sie dort damit spielen können.

Auch wenn es beim besten Freund oder im Kindergarten ein tolles Spielzeug gibt, muss dein Kind es nicht auch selber besitzen. Im Gegenteil, wenn es nur gelegentlich damit spielen kann, bleibt es etwas Besonderes. Umgekehrt hat dein Kind sicher Dinge, die seine Freunde nicht Zuhause haben.


2 - Spielzeug rotieren

Ganz aussortieren ist dir doch etwas viel? Dann ist das Rotationsprinzip vielleicht das Richtige.

Dabei steht dem Kind immer nur eine kleine Auswahl an Spielzeug zur Verfügung. Alles andere ist außer Sicht- und Reichweite verstaut.

Um mit der Rotation zu starten brauchst du deswegen mehrere Kisten – am besten undurchsichtig – und Raum, um sie außer Reichweite der Kinder zu lagern.

Dann trefft ihr gemeinsam eine kleine Auswahl aus dem Spielzeug. Dabei gibt es mehrere Kategorien:

  • Zunächst Dinge, die dein Kind besonders gerne nutzt. Wenn dein Kind auch ein Fan von Lego oder anderen Serien mit vielen Teilen ist, trefft eine überschaubare Auswahl aus der gesamten Menge.

  • Dann ein paar Herzensdinge, wie zum Beispiel das Lieblings-Kuscheltier.

  • Schließlich einige selbst gewählte Kategorien, zum Beispiel Mal- oder Bastelsachen, Autos, Puppen, Puzzles, Bausets, usw. Beschränkt dabei die Anzahl der Dinge je Kategorie, auf eine Menge, mit der man zwar etwas anfangen kann, die aber nicht unüberschaubar wird. Zum Beispiel ein Buntstift je Farbe, 4-5 kleine Autos, 2 Puzzles usw.

  • Alles andere wandert ins Spielzeuglager.

Mit der Zeit wirst du merken, ob die Anzahl der Sachen passt oder es doch etwas mehr oder vielleicht sogar noch weniger sein soll.

Regelmäßig tauscht ihr dann einige Dinge aus. Das kann sowohl zu festen Terminen sein, zum Beispiel immer zum Monatsanfang, oder wenn das Kind es gerne möchte. Wichtig ist aber immer, dass tatsächlich so viele Sachen im Lager verschwinden, wie raus geholt werden.

Neben mehr Ordnung im Kinderzimmer und weniger Überforderung durch zu viele Sachen kommt noch ein großer Vorteil dazu: Wenn die Sachen nicht immer im Regal rumstehen, sondern tatsächlich außer Sicht sind, sind immer wieder neu uns spannend.

Hier findest du noch einen Beitrag zum Thema: „Spielzeug rotieren“.


3 – Freiraum lassen

Indem ihr das Spielzeug reduziert, ermöglicht ihr nicht nur besseres Spiel sondern erleichtert natürlich auch das Aufräumen. Das passiert auf mehreren Wegen:

Weniger Sachen lassen sich logischerweise schneller aufräumen, einfach weil es weniger Teile sind, die weggeräumt werden müssen.

Mehr Platz im Regal erleichtert aber auch das Aufräumen an sich. Ein einzelnes Teil in auf ein freies Regalbrett zu stellen ist ungleich einfacher, als erst andere Dinge zur Seite schieben zu müssen, um das Teil dann irgendwie rein zu quetschen.

Wenn alles genug Raum hat, kommt es auch zu weniger Chaos: Wenn das Kind ein bestimmtest Teil sucht, dass hinter oder zwischen etlichen anderen versteckt ist, wird es wahrscheinlich alle auf den Boden ausleeren und schon müssen etliche Dinge wieder aufgeräumt werden .Sind alle Sachen gut sichtbar und leicht zu erreichen, passiert das nicht.


Sieben Tipps gegen Chaos im Kinderzimmer: Rituale helfen - Deine klare Linie

4 - Rituale schaffen

In Kindergarten und Schule ist es ganz normal, gemeinsam aufzuräumen und das geht auch Zuhause.

Je selbstverständlicher du damit umgehst, umso leichter wird es auch für dein Kind zur Routine. Wichtig ist dabei, nicht im Drohungen oder „Konsequenzen“ zu arbeiten („Du kriegst erst xxx, wenn du aufgeräumt hast.“ oder noch schlimmer: „Wenn du nicht sofort aufräumst, kommt das alles in den Müllsack.“). Aufräumen soll nicht aus Angst gemacht werden und auch nicht als Strafe erscheinen, sondern genau so selbstverständlich sein wie Zähne putzen.

Wie man da hinkommt?

Bei kleinen Kindern durch gemeinsames Aufräumen und feste Rituale, die ihr auch durch ein Lied unterstützen könnt.

Bei etwas größeren Kindern habe ich gute Erfahrungen mit dieser Methode gemacht:

  • Erwartungen klar stellen. Besprecht gemeinsam, was die Erwartung ist: Wann, wo und in welchem Umfang soll aufgeräumt werden. Dabei dürfen die Kinder auch eigene Ideen und Wünsche äußern. Ihr könnt das Ergebnis auch Aufschreiben, dann sieht jeder schwarz auf weiß, was vereinbart wurde.

  • Unterstützen und Verantwortung geben. Unterstützen, indem du rechtzeitig bevor die Spielzeit zu Ende geht, Bescheid sagst. Verantwortung geben, indem du NICHT daran erinnerst, dass noch aufgeräumt werden muss.

  • Neutral erinnern. Wurde das Aufräumen dann doch vergessen, erinnere ganz neutral und ohne Vorwurf oder Strafandrohung an eure Vereinbarung und gib die Chance, es noch zu erledigen.

5 – Zusammen aufräumen

Kinder brauchen Unterstützung beim Aufräumen. Je kleiner sie sind, umso mehr. Aber auch große Kinder und Erwachsene schaffen das nicht immer alleine (sonst hätte ich keine Kunden!).

Vor allem bei großem Chaos verlieren Kinder schnell Überblick und haben keine Ahnung, wie und wo sie anfangen sollen oder sie lassen sich ablenken und fangen an zu spielen. Indem du dann klare Anleitung gibst, wie zum Beispiel „sammel alle Klamotten ein und bring sie zum Wäschekorb“, wissen sie, was zu tun ist. Bei größeren Kindern kann auch eine Liste mit den wichtigsten Schritten helfen.

Wenn ihr dabei mit großen und einfach aufzuräumenden Teilen (wie zum Beispiel der Schmutzwäsche) anfangt, sieht es auch ganz schnell ordentlich aus.

Um das Aufräumen einfacher zu machen helfen natürlich auch eindeutig erkennbare und gut erreichbare "Zuhause" für alle Sachen: Mit Text oder Symbolen beschriftete Kisten, Regale und Kleiderstangen in Kinderhöhe und ausreichend Raum für alles, was eingeräumt werden soll, machen es sehr viel einfacher.


6 - Schlechte Laune aushalten

Aufräumen macht nicht immer Spaß und trotzdem müssen Kinder und Eltern da durch.

Und manchmal ist es langweilig oder man bekommt nicht, was man sich wünscht. Aus Langeweile entsteht irgendwann Kreativität und Eltern dürfen auch mal Nein sagen, selbst wenn wir Ja sagen könnten. Und müssen lernen, die schlechte Laune der Kinder auszuhalten.

Du kennst das bestimmt: Das Kind sieht im Laden etwas und muss es unbedingt haben. Um es zu bekommen, wird die komplette Palette aufgefahren: Diskutieren, weinen, trotzig sein. Kaufst du es dann, ist es nach wenigen Minuten nicht mehr interessant. Aber es liegt im Kinderzimmer rum und muss aufgeräumt werden. Und das Kind erinnert sich daran, wie es darum kämpfen „musste“ und will es auf keinen Fall wieder hergeben.

Da ich noch nie einen Haushalt gesehen habe, in dem die Kinder objektiv zu wenige Spielsachen haben, ist in der Regel das beste Spielzeug eins, dass nicht gekauft wurde. Auch wenn es in den Minuten im Laden, die sich anfühlen wie Stunden, echt Nerven kostet.

Ein Kompromiss kann in dem Fall sein: Die Eltern machen in Foto von dem Teil, zum Beispiel für die Wunschliste zum Geburtstag oder Weihnachten, oder auch nur um das Bild in zwei Wochen nochmal anzuschauen und gemeinsam zu überlegen, ob es immer noch der wichtigste Herzenswunsch aller Zeiten ist oder längst vergessen wurde.


7 - Entspannt bleiben

Auch wenn es manchmal schwer fällt: Entspannt bleiben hilft.

Ich hätte gerne, dass mein Kind beim Lego bauen nicht tausend Teile auf dem Boden verteilt, aber so spielt es nun mal am Liebsten. Und es hat mir nie gefallen, dass das Wohnzimmer ein erweitertes Kinderzimmer war. Aber das ist mit kleinen Kindern nun mal so und diese Zeit ist bei uns ganz von alleine vorbei gegangen. Das Leben besteht aus vielen Phasen und manche gefallen einem besser als andere. Wenn du akzeptierst, dass jetzt die Chaos-Kinderspiel-Phase ist und das die nicht ewig dauert, kannst du insgesamt gelassener bleiben (auch wenn das nicht immer gleich gut klappt).

Außerdem hat jeder seine Persönlichkeit und ein anderes Empfinden, wie es gut und richtig ist.

Wenn du allzu strenge Aufräum-Regeln hast, die keine Flexibilität erlauben, wirst du den Bedürfnissen der Kinder eher nicht gerecht. Wenn sie wissen, dass jedes kunstvolle Bauwerk am Abend wieder abgerissen werden muss, lassen sie das Bauen vielleicht lieber ganz sein. Und geliebte Plüschtiere aussortieren zu müssen, nur weil es für dich „zu viele“ sind, wird zu viel Frust, aber sicher nicht zu mehr Ordnung führen.

Und für alles gilt: Ordnung ist nur das halbe Leben.


Extratipp gegen Chaos im Kinderzimmer: Flache Kisten - Deine klare Linie

Weil der letzte Tipp wirklich ganz konkret ist und nicht so philosophisch wie die anderen ist er für mich ein Bonustipp:

8 - Extratipp - Flache Kisten

Regale mit quadratischen Fächern und dazu gehörenden Kisten sind beliebte Kinderzimmermöbel. Eigentlich sind sie aber nicht die beste Lösung für Spielzeug. Warum?

  • In einer vollen tiefen Kiste kann man eine ganze Menge unterbringen. Das scheint ein Vorteil zu sein, sorgt aber eher dafür, dass zu viel Spielzeug zur Verfügung steht.

  • Da der Inhalt von außen nicht zu sehen ist, holen die Kinder sie aus dem Regal und lassen sie dann stehen. Bei flachen Kisten mit Luft nach oben zur nächsten Kiste ist direkt erkennbar, was drin ist.

  • In den tiefen Kisten verschwinden die Dinge und statt nach einen kleinen Teil zu wühlen, kippen Kinder lieber die ganze Kiste aus (und räumen sie natürlich nicht wieder ein).

  • Um Dinge wieder aufzuräumen, muss sie im Regal gefunden werden (sehr nervig, vor allem wenn sie nicht beschriftet sind). Dann muss eine volle und schwere Kiste komplett aus dem Regal gezogen werden, wenn das Kind zu klein ist, um die Öffnung zu sehen. Dann das Teil reinlegen und die Kiste wieder ins Regal heben . Das sind für viele Kinder (und Eltern) zu viele Handgriffe und das Teil landet woanders. Bei flachen Kisten kann man leichter sehen was rein gehört und es einfach reinlegen, ohne die Kiste anzufassen.

  • Wenn ihr also Spielzeug in Kisten in Regalfächern aufbewahrt, empfehle ich auf Kisten umzusteigen, die nur etwa halb so hoch sind, wie die das Regalfach selber.


Die flachen Kisten helfen uns übrigens auch beim Chaoskind, nicht komplett den Überblick zu verlieren.


Dieser Beitrag wurde zuletzt am 07.03.2024 überarbeitet.


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