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Fünf Ausmist-Ausreden

Fünf Ausmist-Ausreden - Deine klare Linie

„Eigentlich backe ich nicht so viel, aber manchmal lese ich so ein tolles Rezept, das will ich dann wirklich gerne machen. Ich sammle sie extra in diesem Ordner. Sonntags gemütlich mit der Familie auf der Terrasse sitzen und Kuchen essen – das klingt herrlich. Leider sind die Kinder viel zu selten da. Aber ich weiß ja nicht, was ich backen möchte, wenn sie da sind. Deswegen brauche ich so viele Backformen. Die hier ist aus Keramik, da ist eine Ecke abgeplatzt. Die kann ich aber wieder ankleben, kein Problem. Diese Mini-Formen habe ich noch nie genutzt, ich konnte im Laden aber nicht daran vorbei gehen. Aber wegschmeißen? Die sind doch neu! Außerdem, was soll ich sonst schon in diesen Schrank tun, außer Backformen?“


Diese Aussage – Ähnlichkeiten mit wahren Begebenheiten sind rein zufällig – fasst alle fünf Ausmist-Ausreden gut zusammen:


Ausmist-Ausreden überall

Warum genau diese Aussagen Ausreden sind?

Lies es nach und finde heraus, ob du deinen Aufräum-Erfolg weiter von Ausreden abhängig machen möchtest.

Warnung: Dieser Beitrag ist bewusst provokant.

Wenn du etwas sanfter motiviert werden möchtest, dann schau doch mal hier: "Sechs Gründe warum ausmisten sich lohnt" oder hier: "Warum du mehr Ordnung brauchst".


Welche Ausreden halten dich vom Ausmisten ab? - Deine klare Linie

Los geht's:


Ausmist-Ausrede 1: Ich werde das noch lesen

Die Zeitschrift, die seit sechs (oder 12 oder 18) Monaten unbeachtet neben dem Sofa liegt, den Katalog aus dem letztem Jahr oder den gähnend langweiligen Bestseller, der so hoch gelobt wurde?

Wirklich?

Wann denn?

Wenn du alles zusammen zählst, was du noch lesen wirst – wie viele Stunden wärst du dann beschäftigt?

Wie viel Zeit hast du in echt jeden Tag oder jede Woche, um zu lesen? Bist du dann vor deinem 80. Geburtstag fertig oder erst danach?

Und glaubst du wirklich, in genau dieser Ausgabe einer Frauenzeitschrift die Lösung für alle deine Probleme zu finden? Oder zumindest das eine, perfekte, unvergleichliche Rezept für Rhabarberkuchen, dass es nirgendwo anders gibt?

Wirklich?

Ich sage nicht, dass du nie wieder einfach in einer Zeitschrift blättern darfst oder dass es verboten ist, eine besonders interessante Seite aus einer Zeitung oder ein spezielles Buch aufzubewahren.

Du sollst aber auch nicht von umstürzenden Stapeln aus alten Telefonbüchern oder geerbten Krimis erschlagen werden.


Ausmist-Ausrede 2: Ich benutze es, wenn ich … mache

Ja ja, die Traumsachen für dein Traumleben.

Das auffällige Kleid in dem du selbstbewusst durch die Stadt flanieren wirst, wenn du erst dein Traumgewicht erreicht hast.

Das Spielzeug, dass du für die vielen Besuche von Enkeln aufbewahrst, die noch nicht mal geboren sind.

Die Ausrüstung für das Hobby, dass du bestimmt sehr gerne und regelmäßig ausüben wirst, wenn du erst mal angefangen hast.

Das sind die Traumsachen für dein Traumleben.

Nur leider haben sie mit deinem echten Leben, dem von heute und morgen, nichts zu tun. Sie erinnern dich nur immer wieder daran, was nicht ist, was du nicht machst und was du nicht kannst. Eigentlich blöd, sich von seinen Sachen so schlecht behandeln zu lassen.

Vor allem, wenn diese Sachen auch noch dafür sorgen, dass du keinen Platz hast für das, was dich jetzt glücklich machen würde.


Ausmist-Ausrede 3: Ich repariere das noch

Hast du das Material, das Werkzeug, die Zeit und die Fähigkeiten es so zu reparieren, dass du es tatsächlich wieder nutzen würdest?

Wenn noch Werkzeug oder Material fehlt: Wie viel Geld musst du ausgeben, um es reparieren zu können? Wie viel würde es kosten, das Teil zu kaufen (neu oder gebraucht, aber heil)?

Wann genau wirst du das machen? Schätze jetzt, wie lange die Reparatur und die Vorbereitung (Planung, Einkauf usw.) dauern werden und plane JETZT konkrete Zeiten in deinem Kalender ein. Nicht irgendwann, sondern nächste Woche Dienstag von 17-19 Uhr. Nur so als Beispiel. Recherchiere jetzt, wann und wo du die Sachen einkaufen wirst, die du noch brauchst.

Ist das alles zu viel?

Dann wirst du es ziemlich sicher nie reparieren und es kann genau so gut jetzt weg, anstatt als Müll in deinem Haus zu liegen.


Fünf Ausmist-Ausreden: Ausreden erkennen und überwinden - Deine klare Linie

Ausmist-Ausrede 4: Es ist zu schade für den Müll

Das kann gut sein.

Sehr gut sogar.

Wenn du es aber nicht benutzt und ziemlich sicher auch in Zukunft nicht benutzen wirst, dann ist es für dich jetzt schon Müll. Nur halt welcher, der in deiner Wohnung liegt.

Klingt nicht gut, oder?

Ist aber leider die Wahrheit.

Du darfst gerne versuchen, jedes einzelne Teil vor der Deponie zu retten, indem du es verschenkst oder verkaufst.

Dann fang aber auch jetzt damit an! Mach Fotos, recherchiere Fakten, stell die Anzeige ein. Heute noch – online ist immer auf.

Lieber spenden?

Wo kannst du es abgeben? Wann haben die auf? Wie kommst du da hin? Trage den Termin in deinem Kalender ein, pack sie Sachen in den Kofferraum.

Wenn das am Ende aber so viel Arbeit ist, dass die Sachen einfach bei die bleiben, dann ist das keine machbare Lösung für dich.

Ein Ende mit Schrecken hat in dem Fall durchaus etwas befreiendes.


Ausmist-Ausrede 5: Es passt doch in den Schrank

Sehr gut. Damit hast du vielen schon etwas voraus.

Bist du dir aber wirklich sicher, dass du 35 Rollen Geschenkpapier brauchst oder sechs verschiedene Tortenheber oder 42 langärmelige T-Shirts?

Wahrscheinlich nicht.

„Haben ist besser als brauchen“ höre ich dich jetzt sagen. Das stimmt schon. Aber auch wenn du das Geld für die Sachen schon ausgegeben hast sind sie ab jetzt nicht umsonst. Sie wollen was von dir. Einräumen, ausräumen, aufräumen. Sauber machen, pflegen, reparieren und vor allem: Entscheiden!

Jedes mal, wenn du vor dem Schrank stehst, hast du 42 Möglichkeiten, zwischen denen du dich entscheiden musst. Und das ist erst das Shirt. Im Laufe des Tages kommen noch unzählige Entscheidungen dazu.

Anstrengend!

Ach, du trägst sowieso immer die gleiche Handvoll Klamotten? Umso besser! Dann brauchst du den Rest ja nicht und kannst ihn genauso gut aussortieren, oder?

Und PS: Nicht jedes Fach muss gefüllt sein - du darfst auch leere Schrankfächer oder Schubladen haben. Ehrlich.


Und was ist mit dir?

Erkennst du dich in einer oder mehreren Ausmist-Ausreden wieder?

Sehr gut, damit bist du den ersten Schritt schon gegangen. Indem du die unbewussten Muster erkennst, die dich zurück halten, machst du den Weg frei, sie bewusst zu ändern.

Das ist nicht einfach, ich weiß.

Aber aktuell ist es doch auch nicht so, wie du es dir wünscht, oder? Es soll doch was passieren und wenn das einfach wäre, hättest du es schon gemacht.


Backformen oder keine Backformen?

Was war nun die Lösung für die imaginäre Kundin vom Anfang?

Etwas ziemlich Erstaunliches.

Wir haben angefangen wie immer: Schauen, welche Backformen sie hat und überlegen, welche weg können. Aber irgendwann schaut sie mich an und sagt: "Wissen Sie, was mir grade klar geworden ist? Ich will nicht backen. Um die Ecke sind mehrere Bäcker. Wenn Besuch da ist, kaufe ich lieber Kuchen, anstatt gestresst irgendein Rezept zu machen, dass dann doch nicht richtig wird."

Also hat sie zwei Formen behalten (eine Kastenform, eine Springform) weil "so ganz ohne kann ich mir noch nicht vorstellen". Und ein paar Ausstechformen für Plätzchen. Alles (!) andere wurde gespendet oder weggeschmissen. Auch das ganze Backzubehör, abgesehen von ein paar Basissachen.

Puh! Da war auch ich überrascht.

Und sie war so erleichtert, sich endlich einzugestehen, dass sie nicht mehr backen will und auch dazu zu stehen.

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