top of page

Kleine Ordnungsprojekte umsetzen

  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit
Kleine Ordnungsprojekte umsetzen - Deine klare Linie

Oft kommen mir im Kundentermin Ideen, die ich gerne hier teile.


Hier geht es um meine Kundin Sarah. Unter anderem haben wir über den Mal- und Basteltisch ihrer Tochter gesprochen, der in der offenen Wohnküche steht.

Wir waren uns einig, dass dort mehr Materialien, Malbücher und fertige Kunstwerke waren, als eine Fünfjährige überblicken kann.

Sarah möchte also aussortieren und umräumen mit dem Ziel, dass die wichtigsten Sachen (Papier, ein paar Stifte, Schere, Kleber und einige Malbücher) griffbereit sind, es einen Sammelplatz für fertige Bilder gibt und weitere Materialien (Knete, Wasserfarben, Bastelmaterial usw.) nicht direkt am Tisch liegen.


Eigentlich ein einfaches, überschaubares Ordnungsprojekt - mal abgesehen von den großen Emotionen, die mit den gesammelten Kunstwerken zusammenhängen.


Kleine Projekte werden groß

In Sarahs Kopf wurde daraus aber eine viel größere Aufgabe:

  • Wie mache ich meinem Kind klar, dass es zu viel ist und etwas gehen muss, denn in dem Alter einfach über den Kopf des Kindes hinweg zu entscheiden, geht meistens nicht gut.

  • Was mache ich mit den Bildern, die wir vorläufig oder für immer aufbewahren wollen?

  • Fehlt dem Kind etwas, wenn es nicht jede kreative Idee sofort umsetzen kann?

  • Macht mich das zu einer „schlechten“ Mutter?

Puh.

Plötzlich geht es nicht mehr um eingetrocknete Knete, sondern um viel, viel mehr.

Kein Wunder, dass es sich nach einer riesigen Aufgabe anfühlt.


Außerdem wusste sie aus Erfahrung: Wenn sie einmal anfängt, dann bleibt sie selten konzentriert am Ball, sondern schweift auf Nebenschauplätze ab: „Brauchen wir mehr Knete?“, „Was mache ich mit den fast leeren Stickerbögen?“, „Ich sollte die Bilder nach Datum sortieren.“

Das alles sind wichtige Fragen, die aber nicht entscheidend sind, um das eigentliche Projekt – den Tisch aufräumen – fertig zu stellen.


Und schon ist da der Gedanke, dass es sowieso ewig dauern wird, viel zu schwierig ist und man erst anfangen kann, wenn alle Sterne passend stehen.

Die Folge davon kennst du bestimmt auch: Es passiert einfach nichts.


Deswegen hier ein paar Ideen, wie auch du ein eigentlich kleines Ordnungsprojekt wirklich fertig bekommst:


Das Ordnungsprojekt klein halten

Kennst du das Pareto-Prinzip?

Es besagt, dass für 80% des Ergebnisses meistens nur 20% des Aufwands nötig sind. Für die letzten 20% zur Perfektion braucht es aber 80% des Aufwands. Das heißt, dass sich schon mit wenig Arbeit viel erreichen lässt - außer du machst das Projekt größer, als es sein muss.

Damit dir das nicht passiert:

  • Mach dir klar, worauf es ankommt: Was ist wirklich nötig, damit du zu 80% fertig bist? Es reicht, alle Gewürze ins Gewürzregal zu stellen, du musst sie nicht alphabetisch sortieren. Die Schublade ist auch dann ordentlich, wenn du nur die Sachen rausholst, die nicht hineingehören und nicht erst, wenn du jedes Teil in einem Organizer verstaut hast.

  • Nimm Kettenreaktionen in Kauf: Das Gleiche gilt, wenn das Ordnungsprojekt eine Kettenreaktion in anderen Bereichen auslöst. Du darfst in einem Bereich die Situation verbessert, auch wenn es dafür woanders erst mal schlechter wird. Überall alles auf einmal perfekt hinzubekommen klappt nicht, denn auch das macht das Projekt unnötig groß und kompliziert.

  • Nutze, was du hast: Falls du für mehr Ordnung noch Ordnungsprodukte wie Kisten oder Fächer brauchst, dann darfst du mit vorhandenen Kisten oder Kartons improvisieren, anstatt das Projekt mit der Suche nach dem perfekten Produkt zu blockieren. Schön machen kannst du es später noch.


Zeit für Ordnung schaffen

Auch kleine Ordnungsprojekte kosten Zeit, aber es gibt verschiedene Möglichkeiten, sie in den Alltag zu integrieren:

  • Nebenher in kleinen Stücken: Während das Essen kocht oder es andere Wartezeiten gibt, kannst du schnell eine Schublade aufräumen, in der Speisekammer die Vorräte sichten oder eine Mappe mit Kinderbildern durchgehen.

  • In begrenzten Zeitfenstern: Gerade wenn du dich schnell ablenken lässt, können enge zeitliche Grenzen von 15 bis 30 Minuten helfen. Da die Zeit knapp ist, konzentrierst du dich so eher auf die wirkliche Aufgabe.

  • Nebenher vorm TV: Hol dir eine Kiste voll Sachen zum Sofa und lass doch beim sortieren von Netflix unterhalten. Das klappt nicht unbedingt für Papierkram, aber mit dem Berg einsamer Socken kann man das machen.

  • Plane feste Termine: Am Besten funktioniert das, wenn du die Termine direkt an eine ähnliche Aufgabe anschließt. Zum Beispiel indem du abends noch 15 Minuten an der Küchenorganisation arbeitest, nachdem das Essen abgeräumt ist. Oder indem du einmal in der Woche nach dem Homeoffice noch 30 Minuten sitzen bleibst und private Papiere sortierst.


Kleine Ordnungsprojekte umsetzen

Sarah und ich haben dann einen genauen Plan gemacht, wie und wann sie den Maltisch ordnen kann und wir haben auch über die Mama-Schuldgefühle gesprochen, denn natürlich wird ein Kind auch dann kreativ, wenn es nicht in jeder Farbe einen Buntstift gibt. Im Gegenteil: Wenn es um Kreativität geht, ist weniger oft mehr.


Ich hoffe, auch dir helfen diese Tipps, deine kleinen Ordnungsprojekte (und natürlich auch die großen) so zu gestalten, dass du sie wirklich umsetzt, anstatt nur Pläne dafür zu machen.

Kommentare


bottom of page