Routinen im Haushalt – die FlyLady-Methode im Überblick
- vor 12 Stunden
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Kennst du FlyLady? Im englischsprachigen Raum ist die Methode recht bekannt, aber wenn man sich in Deutschland mit Themen wie aufräumen, organisieren oder Haushalt beschäftigt, stößt man wahrscheinlich auch früher oder später darauf.
Du hast dich vielleicht auch schon darüber informiert, dann aber – so wie ich schon ein paar Mal – überfordert aufgehört, bevor du überhaupt angefangen hast.
Die FlyLady-Methode im Überblick
In diesem Beitrag möchte ich die FlyLady-Methode im Überblick zeigen.
„Fly“ heißt in diesem Zusammenhang übrigens nicht, dass du eine fliegende Frau wirst. Die Abkürzung steht für Finally Loving Yourself, also „liebe dich endlich selbst“.
Daran sieht man etwas Wichtiges: Es ist kein Ansatz, der sich nur auf das Haushaltsmanagement beschränkt, sondern er bezieht auch Selbstfürsorge mit ein.
Weil es mir neben Ordnung vor allem auch darum geht, dir den Weg zu einem entspannteren Leben zu zeigen und weil Ordnung und Haushalt einfach zwei Seiten der Medaille „Zuhause“ sind, passt das Thema auf jeden Fall hierhin.
Wie geht die FlyLady-Methode genau?
Ich werde mich in diesem Beitrag auf einen allgemeinen Überblick beschränken und im nächsten Beitrag mit ein paar Vorurteilen aufräumen, aber auch auf grundsätzliche Kritik an FlyLady eingehen.
Damit kannst du dann besser entscheiden, ob FlyLady eine Methode ist, die dir auf deinem Weg zu mehr Ordnung helfen kann.
Es gibt auch ein Buch von Marla Cilley, der Erfinderin der Methode: Die magische Küchenspüle. (Hinweis: Ich habe es nicht gelesen. Es handelt sich um einen Affiliate Link, d.h. wenn du das Buch über den Link kaufst, bekomme ich eine Provision.)
Noch ein Hinweis: Es gibt auch eine offizielle Flylady-Website. Die wurde kürzlich (Dezember 2025) erneuert, nachdem sie bisher noch nach chaotischem 1990er-Jahre Internet aussah. Wirklich handfeste Infos zur Methode habe ich auf der neuen Website bisher nicht gefunden, sondern hautpsächlich den Hinweis, sich die App herunterzuladen.
Eine genaue Anleitung gibt es demnächst hier (abonniere gerne den Newsletter, um darüber informiert zu werden: https://www.deineklarelinie.de/newsletter)
Worum geht es nun bei der FlyLady-Methode?
Ganz grob gesagt soll die FlyLady-Methode dir helfen, Routinen zu etablieren.
Dabei geht es sowohl um Ordnung und Hausarbeit, als auch um Selbstfürsorge und Freizeit. Die meisten dieser Aufgaben erledigst du wahrscheinlich sowieso schon, nur halt nicht als regelmäßige Routinen.
Durch die regelmäßigen Routinen verspricht die Methode mehrere Vorteile:
du brauchst keine stundenlangen Putzaktionen mehr
putzen und aufräumen werden leichter, weil es gar nicht erst so unordentlich oder schmutzig wird
die sowieso notwendigen Aufgaben werden Teil des normalen Tagesablaufs, anstatt dass du dich jedesmal neu dazu aufraffen musst.
die Aufgaben sind klar und eindeutig und können so leichter delegiert und von anderen Familienmitgliedern übernommen werden.
Wie Routinen entstehen
Routinen entstehen, indem man sich immer wieder um bestimmte Aufgabenbereiche kümmert. Über Wochen oder Monate werden daraus Angewohnheiten, über die du nicht mehr groß nachdenken musst. Am Anfang ist es Arbeit, die Aufgaben so in den Tag zu integrieren, dass du sie tatsächlich erledigst, denn alles Neue ist erstmal anstrengend.
Es hilft aber, sie mit Dingen kombinierst, die du sowieso schon machst und dich von Post Its oder Handybenachrichtigungen daran erinnern zu lassen. Nur tun musst du es dann immer noch selber. Aber das wird mit der Zeit einfacher.
Routine heißt übrigens nicht, dass du etwas immer tun musst. Manchmal hat das Leben einfach andere Pläne und das ist ok. Routine heißt, dass du dich nicht jedes Mal dafür entscheiden musst, etwas zu tun. Es zu tun ist der Normalzustand, es nicht zu tun die bewusste Ausnahme.
Die Routinen der FlyLady-Methode
In der FlyLady-Methode gibt es drei große Zyklen von Routinen.
Sie unterteilen sich in :
tägliche Aufgaben (die sogenanntem Baby Steps)
wöchentliche Aufgaben (der Tagesfokus)
monatliche Aufgaben (genauer: alle fünf Wochen, die Zonenreinigung)
Jeder dieser Zyklen enthält Aufgaben, die täglich erledigt werden. Was sich unterscheidet, ist die Häufigkeit. Die Baby Steps wiederholen sich täglich, die der Tagesfokus wöchentlich und die Zonenreinigung monatlich. Das zu verstehen ist wichtig, um die ganze Methode zu verstehen. Deswegen nochmal: Aufgabe, die zum Beispiel an einem Montag dran sind, können
zu den Baby Steps gehören, dann würdest du die gleiche Aufgabe auch am Sonntag, Dienstag usw erledigen
zum Tagesfokus gehören, dann würdest du sie nächsten Montag das nächste mal erledigen oder
Teil der Zonenreinigung sein, dann wären sie erst im fünf Wochen wieder dran.
Was verbringt sich aber hinter Baby Steps, Tagesfokus und Zonenreinigung?
Die FlyLady-Methode: Baby Steps
Die täglichen Aufgaben heißen „Baby Steps“ weil es kleine Tätigkeiten sind, von denen keine länger als ein paar Minuten dauert und weil du damit startest, wenn du die Methode lernen willst.
Es geht zum Beispiel darum, das Bett zu machen, sich täglich ein paar Minuten um das Thema Wäsche zu kümmern oder zwei Minuten einen Hot Spot aufzuräumen.
Insgesamt dauern die BabySteps zusammen maximal 20 Minuten pro Tag und es sind Aufgaben, die du zu einem großen Teil wahrscheinlich sowieso schon erledigst. Idealerweise fasst du auch mehrere Baby Steps zusammen, so dass daraus eine Morgen- und eine Abendroutine entstehen.
Zu den Baby Steps gehört übrigens auch die Küchenspüle aus dem Buch: Die sollst du einmal am Tag sauber machen. Die Idee dahinter ist, dass eine leere und saubere Spüle auf die ganze Küche wirkt und der Startpunkt ist für mehr Ordnung und Sauberkeit im ganzen Raum.
Mit den Baby Steps startest du nach und nach deine FlyLady-Routine. Erst wenn du alle 30 durchlaufen hast, also nach einem Monat, geht es weiter und der Tagesfokus kommt dazu.
Die FlyLady-Methode: Tagesfokus
Der nächste Schritt ist die wöchentliche Routine, der sogenannte Tagesfokus.
Hierbei gibt es sieben verschiedene Aufgaben, die jeweils einmal pro Woche dran sind.
Einmal pro Woche dauern diese Aufgaben eine Stunde (mit der Option, sie auf die Wochentage zu verteilen und statt einemal pro Woche eine Stunde jeden Tag 10 Minuten daran zu arbeiten).
An den anderen Tagen variiert die Dauer, denn es geht um Aufgabenfelder wie „Erledigungen außer Haus“, was auch einen Wocheneinkauf beinhalten kann, oder „Aktivitäten mit Familie und Freunden“. Also längst nicht nur Arbeit, sondern auch Vergnügen und – wie bei den Baby Steps auch – viele Dinge, die du sowieso schon machst.
Für die Aufgaben, die bisher vielleicht noch nicht Teil deines Lebens sind (wie zum Beispiel einmal wöchentlich Termine und Essen zu planen) solltest du aber mit 15 Minuten pro Tag auskommen.
Die FlyLady-Methode: Zonenreinigung
Wenn du den Tagesfokus in dein Leben integriert hast, kommt als dritter Schritt im 5-Wochen-Rhythmus die Zonenreinigung dazu.
Dafür wird die Wohnung in fünf Zonen aufgeteilt. Jede Woche kümmerst du dich täglich von Montag bis Freitag (nicht am Wochenende) jeweils 15 Minuten lang um die Zone, die in der Woche dran ist.
Wenn also zum Beispiel in dieser Woche die Küche dran, kümmerst du dich jeden Tag 15 Minuten um Putz- und Aufräumaufgaben in der Küche. Anders als bei den Baby Steps und dem Tagesfokus, bei denen du die Aufgabe abschließen sollst, hörst du nach 15 Minuten auf, egal wie weit du gekommen bist. Mit dem Bereich fertig werden ist also nicht das Ziel. Nach fünf Wochen bist du dann wieder in der gleichen Zone und kümmerst dich wieder täglich 15 Minuten darum.
Mehr Infos über die FlyLady-Methode
Das war ein ganz grober Überblick. Alle Details, um mit der Methoden anzufangen findest du demnächst hier im Blog.
Es geibt übrigens noch viele weitere Aufgaben und Routinen, über die Marla Cilley in der FlyLady-Methode spricht. Die ignoriere ich hier und konzentriere mich auch die Basis, den die kann für den Anfang schon verwirrend genug sein.
So viel Zeit braucht die FlyLady-Methode
Die FlyLady-Methode besteht also aus drei wesentlichen Routinen, um die du dich täglich kümmerst.
Aber wie viel Zeit braucht das?
Nicht so viel, wie du vielleicht denkst:
maximal 20 Minuten für die Baby Steps
0-60 Minuten für das Fokusthema (wobei das stark variieren kann und viele "Standardaufgaben" beinhaltet, die sowieso gemacht werden müssen)
15 Minuten für die Zonenreinigung
Also insgesamt ca. 30-60 Minuten pro Tag.
Je nachdem, wie du bisher deinen Haushalt organisierst, klingt das viel oder wenig.
Falls es (zu) viel klingt: Achte mal eine Weile darauf, wie viel Zeit du tatsächlich mit aufräumen, putzen, einkaufen oder Wäsche waschen verbringst. Ich kann mir vorstellen, dass das mit der Stunde pro Tag schon hinkommt, vor allem, wenn du bisher viel in Großaktionen am Wochenende machst oder mit mehr oder weniger viel Erfolg versuchst, die Dinge nebenher zu erledigen.
Hausarbeit kostet Zeit
Das ist übrigens eine ganz große Frustquelle im Haushalt: Sich nicht einzugestehen, dass Hausarbeit Zeit braucht. Wenn du versuchst, gleichzeitig Socken zu sortieren, deinem Kind bei den Hausaufgaben zu helfen und das Abendessen im Blick zu behalten, führt das für alle zu Stress und Unzufriedenheit.
Gegen diesen Stress hilft es schon, zu akzeptieren, dass es nicht viel ist, sich eine Stunde pro Tag um das Zuhause zu kümmern – also um den Ort, an dem sich alle Familienmitglieder wohl fühlen sollen, der Kraft geben soll und der all das sicher aufbewahren soll, was euch wichtig ist. Wobei das nicht heißt, dass das alles alleine machen sollst, aber das ist ein anderes Thema.
Das war ein kurzer Überblick über die FlyLady-Methode. Im nächsten Beitrag geht es um 10 Mythen und Wahrheiten zu FlyLady.











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