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Behalten oder aussortieren? Mit Ausmist-Regeln leichter entscheiden


Behalten oder aussortieren? Wie Regeln beim Ausmisten helfen - Deine klare Linie

Du willst aussortieren und stehst voller Motivation vor dem Schrank – aber bevor du richtig angefangen hast, geht es schon nicht mehr weiter.

Du kannst dich nicht entscheiden.

Was nun?


Entscheiden strengt an

Zunächst mal: Entscheidungen treffen ist anstrengend.

Viele Entscheidungen treffen – auch wenn es bei keiner um Leben oder Tod geht – ist noch anstrengender.


Unser Gehirn macht es sich gerne leicht und ist von zu komplexen Entscheidungen schnell überfordert. Das ist auch der Grund, warum viele Menschen viel Zeit damit verbringen, sich zwischen dem Käse für €2,39 und dem für €2,69 zu entscheiden, aber bei weitreichenden und komplexen Themen – zum Beispiel der Altersvorsorge – zwar Informationen sammeln, aber dann aus dem Bauch heraus entscheiden.

Die Folgen einer solchen Entscheidung sind einfach so schwer zu überblicken, dass wir am Ende nach Gefühl entscheiden oder das nehmen, was uns empfohlen wird.

So kompliziert ist das Aussortieren zum Glück nicht, aber trotzdem fordert es viel von dir.


Soll ich es behalten oder aussortieren?

Deswegen möchte ich dir ein paar Entscheidungshilfen fürs Aussortieren an die Hand geben, die dir bei der Frage helfen, ob du etwas behalten oder aussortieren solltest.

Dabei geht es darum, dir vorher Regeln zu überlegen, an die du dich halten kannst, wenn die Entscheidung tatsächlich ansteht.

Wie zum Beispiel die Regel, dass du jeden Abend vor dem Schlafen gehen die Zähne putzt. Das hast du irgendwann so festgelegt und musst jetzt nicht mehr jeden Abend darüber nachdenken, ob du heute wirklich die Zähne putzen wirst oder lieber doch nicht.

So soll es beim Ausmisten auch funktionieren.


Ausnahmen bestätigen die Regel

Das heißt natürlich nicht, dass es keine Ausnahmen geben darf. Keine Regel, die du dir selber gibst, ist in Stein gemeißelt und wenn du ab und zu mal das Zähne putzen ausfallen lässt, passiert auch nichts Schlimmes. Deswegen musst du keine Angst vor Regeln haben. Denn wenn deine Regeln für dieses bestimmte Teil nicht passen, dann musst du dich nicht daran halten.

Ich empfehle aber, gerade am Anfang, nur wenige Ausnahmen zu machen.

Eine Regel hilft dir schließlich nur, wenn du sie ohne großes Nachdenken anwenden kannst und dafür braucht es Zeit und Übung.


Ordnung schaffen mit Ausmist-Regeln - Deine klare Linie

Vier Ideen für Ausmist-Regeln

Wie sehen Regeln zum Aussortieren konkret aus?

Hier sind ein paar Ideen für den Anfang.


Kann ich es ersetzen?

Ein Regelklassiker, der immer wieder empfohlen wird, lautet:

Wenn ich es mehr als ein Jahr nicht benutzt habe und es in unter 20 Minuten für unter 20 € ersetzen könnte, kommt es weg.

Setze hier Zahlen ein, die für dich passen.


Der Gedanke dahinter: Du hast es schon lange nicht genutzt, also ist die Wahrscheinlichkeit niedrig, dass du es nochmal brauchen wirst. Außerdem kannst du es schnell und relativ preisgünstig ersetzen, falls sich herausstellt, dass du es doch noch brauchst. Die Folgen einer falschen Entscheidung sind überschaubar und du kannst das Risiko eingehen, das Teil auszusortieren.


Würde ich es nochmal kaufen?

Du kannst dich bei wenig bis überhaupt nicht genutzten Dingen auch fragen, ob du sie nochmal kaufen würdest.


Denn warum bewahrst du Sachen auf, die du nicht nutzt und für die du heute kein Geld mehr ausgeben würdest? Indem du nur behältst, was du jetzt zum vollen Preis nochmal kaufen würdest, kannst du sehr schnell und effektiv aussortieren.

Mehr zu dieser Herangehensweise ans Aussortieren kannst du auch hier lesen: "Umgekehrtes Ausmisten"


Wann werde ich es nutzen?

Eine andere Regel kannst du verwenden für Sachen, mit denen du noch etwas machen willst oder bei denen du dir nicht sicher bist, ob du sie behalten willst (zum Beispiel Zeitschriften, Reparatur-Projekte, Zutaten, Kleidungsstücke):

Wenn ich es in drei Monaten noch nicht getan habe, kommt es weg.

Die Zeitspanne legst du fest, mehr als ein paar Monate sollten es aber nicht sein.


Hier ist der Gedanke: Wenn sich nach drei Monaten zeigt, dass du dich immer für andere Sachen entschieden hast – deine Zeit anders verbringen, etwas anderes kochen, etwas anderes anziehen – obwohl du das Teil in der Hand hattest und entschieden hast, es nutzen zu wollen. Tja, dann war es wohl doch nicht so wichtig.


Was wird es ersetzen?

Dann fällt mir noch eine Regel ein, die du vor allem anwenden kannst, wenn du schon aussortiert hast und dafür sorgen willst, dass es nicht wieder zu voll wird:

Für jedes neue Teil muss ein altes gehen.


Du entscheidest, ob es dabei nur um gleichartige Dinge geht (ein neues T-Shirt ersetzt ein altes) oder um größere Kategorien, die sich den Platz teilen (das T-Shirt kommt, eins anderes Kleidungsstück geht).

Die Idee hierbei ist, dass – zumindest unterbewusst – alle Sachen einer Kategorie eine Hierarchie bilden, vom Besten bis zum Schlechtesten (was auch immer das im Einzelfall heißt). Wenn du etwas neues kaufst, dann sollte es besser sein als das schlechteste Teil, was du schon hast. Denn warum hast du es sonst gekauft? Daher sollte es kein Problem sein, eins der schlechteren Teile auszumisten.


Wie viel Raum will ich geben?

Ganz ähnlich ist die Regel, den Platz für Dinge zu begrenzen.

Alle Bücher müssen in das Regal im Wohnzimmer passen wäre zum Beispiel so eine Regel.

Eine andere Variante davon ist: Ich behalte nur 10 Tassen.

Wie viel Raum du etwas geben willst, ist wiederum deine Entscheidung. Für manche ist ein Regalbrett mit Büchern viel, für andere ein ganzes Zimmer voll wenig.


Indem du festlegst, wie viel Raum du etwas geben willst, verhinderst du, dass eine Kategorie von Sachen sich immer weiter in deiner Wohnung ausbreitet und anderen wichtigen Dingen den Platz nimmt. Lies mehr dazu "Wie Behälter beim Ausmisten helfen".



Aufgeräumtes Zuhause dank Ausmist-Regeln - Deine klare Linie

Was sind deine Regeln?

Das waren ein paar Ideen für Ausmist-Regeln. Du kannst und sollst dir gerne eigene Regeln überlegen, die sich auf dein Leben beziehen.


Für mich heißt das zum Beispiel:


Am Montag kommt die Zeitung vom Wochenende ins Altpapier, auch wenn sie noch nicht ausgelesen ist.

Zu kleine Kleidung geht zur Kleiderkammer beim Roten Kreuz. Ich denke nicht mal dran, sie zu verkaufen.

Es gibt ein Fach im Schrank für Gesellschaftsspiele. Ist das voll, wird aussortiert.


Die feste Zeit- und Euro-Regel nutze ich nicht, ich frage mich aber:

Wenn ich es brauche, würde ich mich erinnern, dass ich es habe? Falls nicht (meistens bei irgendwelchem Kleinzeug), kommt es weg.

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