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  • AutorenbildAnna-Lena von Wolff

Serie Ausmist-Blockaden - Teil 2


Keine Zeit zum Ordnung schaffen?

Was tun, wenn du keine Zeit zum Aussortieren hast oder glaubst, die Sachen doch noch zu brauchen?

Kennst du die Geschichte vom Holzfäller mit der stumpfen Axt?

Er steht im Wald und müht sich ab, als ein Wanderer vorbei kommt. Der Wanderer sagt: „Ich bin vor ein paar Stunden in einem Ort vorbei gekommen, da gibt es einen Schmied. Der könnte deine Axt schärfen und mit einer scharfen Axt ginge deine Arbeit viel schneller.“

Der Holzfäller sagt: „Ein paar Stunden entfernt? Das geht nicht, dafür habe ich keine Zeit – ich muss Holz fällen.“

In der Geschichte ist es logisch: Einen Tag damit zu verbringen, die Axt schärfen zu lassen und danach viel schneller und mit weniger Mühe Holz zu fällen – klar lohnt sich das.


Arbeitest du ununterbrochen und nichts ändert sich?

Bei dir zu Hause bist du aber vielleicht der Holzfäller mit der stumpfen Axt: Du bist jeden Tag so sehr mit aufräumen und sauber machen beschäftigt, dass du glaubst keine Zeit für die grundlegenden Arbeiten zu haben: Nämlich ausmisten und organisieren.

Das ist eine ganz häufige Ausmist-Blockade.

Wie du das ändern kannst, schreibe ich weiter unten. Zuerst geht es aber um eine andere Blockade:

Die Angst, Sachen auszusortieren, die du später noch mal brauchen könntest.


Ich brauche es vielleicht noch

Ja, das kann sein.

Vielleicht könnte es sein, unter Umständen, falls das was du jetzt nutzt kaputt geht.

Vielleicht ist es sogar ziemlich sicher so, aber erst irgendwann in der fernen Zukunft.


Ausmist-Blockade: Sachen behalten weil du sie vielleicht noch brauchst

Dein Zuhause ist kein Warenlager

Natürlich wäre es toll, jederzeit für alle Lebenslagen gerüstet zu sein. Dein Zuhause hat nur eine begrenzte Kapazität – irgendwann ist es voll. Au0erdem ist es dein Zuhause und kein Warenlager.

Und anstatt jetzt – in deinem aktuellen Leben – Ordnung und Freiraum zu haben, lebst du erdrückt zwischen Dingen für eine Zukunft, die nur vielleicht tatsächlich kommt.


Fragen, die dir bei der Entscheidung helfen

Um herauszufinden, was du aussortieren kannst obwohl du es vielleicht noch mal brauchst, stell dir ein paar Fragen:

  • Wie wahrscheinlich brauche ich es irgendwann?

  • Was würde passieren, wenn ich es dann nicht mehr habe?

  • Wäre das wirklich so schlimm?

  • Habe ich etwas anderes, was den gleichen Zweck erfüllt?

  • Kann es mir ausleihen?

  • Kann ich es mir im Notfall nochmal kaufen?

Indem du abwägst, ob du etwas sicher oder nur vielleicht nochmal brauchst und wie einfach oder schwierig es wieder zu beschaffen wäre, kannst du erkennen, welche Sachen in welcher Menge wichtig sind.


Neu kaufen als bessere Lösung?

Nochmal kaufen klingt wie die letzte Wahl. Wenn es aber nur ein paar Euro kostet ist dir der jetzt gewonnene Freiraum es vielleicht doch wert.

Außerdem werden die Dinge nicht besser, wenn sie ungenutzt bei dir rumliegen. Etwas an jemanden zu verschenken, der es jetzt nutzt ist und es dir neu zu kaufen, falls du es doch noch brauchst kann besser sein, als es zu behalten. Denn dann ist es vielleicht kaputt wenn du es brauchst und anstatt es zu nutzen schmeißt du es dann weg und kaufst es trotzdem neu.

Jetzt die schmerzhafte Erfahrung zu machen, Sachen wegzugeben, die Geld gekostet haben kann dir auch helfen, in Zukunft wählerischer zu sein und nur zu kaufen, was du brauchst


Sachen behalten aus fremden Erwartungen

Manchmal kommt der Wunsch, etwas behalten zu wollen auch aus sozialen Erwartungen: Zum Beispiel das „gute“ Geschirr, dass 99% der Zeit im Schrank verbringt und Platz weg nimmt den du dringend für etwas anderes brauchen würdest. Hängt das Gelingen einer Feier tatsächlich nur davon ab, dass das gute Service verwendet wurde? Natürlich nicht! Von eurem Alltagsgeschirr schmeckt es mit Sicherheit genauso gut.


Ich will noch etwas damit machen

Das ist eine Variante von „Ich brauche es vielleicht noch“.

  • Die Holzreste, aus denen du noch etwas bauen könntest.

  • Die kaputte Tasche, deren Schnalle sicher toll an einer anderen Tasche aussehen würde.

  • Das hässliche Bild auf der Leinwand, die wieder neu bemalt werden kann.

Grade Bastler und Kreative sehen das Potenzial in den Dingen und sammeln sie, entweder mit einem festen Vorsatz oder „für den Fall“ dass sie sie mal brauchen könnten.

Im zweiten Fall gilt das Gleiche wie oben beschrieben: Lohnt es sich wirklich, das alles aufzubewahren ?


Upcycling-Pläne

Bei Dingen, für die du konkrete Pläne und Ideen hast, frag dich:

  • Warum hast du deinen Plan bisher nicht umgesetzt?

  • Ist er überhaupt noch aktuell?

Wenn du weiterhin daran fest hältst, das Teil nutzen zu wollen:

Nimm dir ein paar Minuten und plane ganz konkret, bis wann du das tust und besorge, was du sonst noch dafür brauchst. Oft stellt sich heraus, dass die eigene Upcycling-Lösung am Ende teurer und aufwändiger wäre, als es (neu oder gebraucht) zu kaufen.

Oder es zeigt sich, dass dir doch immer andere Dinge wichtiger sind. Dann kann es besser sein, sich von den Dingen zu trennen, als dauerhaft ein schlechtes Gewissen zu haben weil du noch immer nichts damit gemacht hast.


Ich habe keine Zeit

Jetzt aber endlich zum Thema Zeit.

Dir ist schon klar, dass es sich lohnt, Zeit in eine Grundordnung zu investieren.

Falls nicht: Indem du ausmistet was du nicht mehr brauchst, hast du weniger Dinge, um die du dich kümmern musst.

Dadurch geht die Hausarbeit schneller: Wenige Sachen aufräumen geht schneller als viele Sachen aufräumen. Und du wirst auch weniger Zeit damit verbringen, die Sachen zu reinigen, zu pflegen und zu reparieren (lies hier die "Sechs Gründe, warum ausmisten sich lohnt").

Und indem du feste Plätze für alles findest, wird das alltägliche Aufräumen und Putzen mental einfacher. Du kannst wie auf Autopilot die Dinge an ihren Platz zurück stellen.

Auch wenn es täglich nur ein paar Minuten einspart (in echt sind es mehr als nur ein paar) – über Monate und Jahre gesehen werden daraus viele, viele Stunden mehr Freiraum für dich.

Also, hast du wirklich keine Zeit zum Aussortieren?


Schnell Ordnung erreichen

Um das zu erreichen, brauchst du jetzt etwas Zeit über die tägliche Hausarbeit hinaus.

Wenn du fest entschlossen bist und schnell viel erreichen möchtest, lohnt es sich längere Zeitfenster oder sogar ganze Tage zum ausmisten und organisieren einzuplanen – auch wenn du dir dafür frei nehmen oder deinen Alltag auf andere Art umorganisieren musst. Das ist nicht einfach, wird dir aber den erwünschten schnellen Erfolgt bringen.

Wenn es schwierig ist Zeit zu finden, hat sie sogar einen besonderen Wert und du wirst motiviert ans Werk gehen. Nach spätestes 2,5-3 Stunden solltest du aber eine Pause einlegen. Ein kleiner Spaziergang oder eine Tasse Tee helfen, den Kopf wieder frei zu kriegen, bevor es weiter geht.


Jetzt Ordnung priorisieren

Kleine Schritte zu mehr Ordnung

Um Fortschritte in Sachen Ordnung zu machen, musst du aber nicht von morgens bis abends schuften.

Auch wenige Minuten am Tag bringen dich weiter und lassen sich einfacher in den Alltag integrieren.

Richte eine Erinnerung auf dem Handy ein und stell einen Timer auf 15 Minuten. Ist die Zeit vorbei, darfst du ohne schlechtes Gewissen aufhören.

So bewegst du dich langsam aber stetig Schublade für Schublade oder Regalbrett für Regalbrett durch dein Zuhause.

Damit das nicht zur niemals endeden Aufräum-Schleife wird, ist es wichtig, das große Ganze nicht aus den Augen zu verlieren:

  • Was möchtest du erreichen?

  • Was soll in diesem Raum aufbewahrt werden?

  • Wie viel Platz ist dafür vorhanden?

  • Was nutzt du sehr oft (und solltest es in Reichweite haben) und was eher selten (so dass es ganz oben oder hinten gelagert werden kann).

Nutze regelmäßig einen deiner 15-Minuten-Zeitblöcke und ziehe Bilanz, um deinen Fortschritt mit den Zielen abzugleichen oder den (ausgemisteten) Inhalt von ein paar Schränken so umzuräumen, dass es praktischer ist.

Jetzt Ordnung priorisieren

Letztlich ist es eine Sache der Prioritäten, die Zeit zum Ordnung schaffen zu finden.

Mach dir klar, dass du nicht für immer auf andere Aktivitäten verzichten musst, um auszumisten. Im Gegenteil: In Zukunft wirst du mehr Zeit haben für Sachen, die dir wichtig sind.


Lies in Teil 1 der Ausmist-Blockaden, wie du mit Erinnerungsstücken umgehst und an welcher Stelle du mit Ausmisten anfangen kannst.

In Teil 3 der Ausmist-Blockaden erkläre ich dir, was du tun kannst, wenn du nicht weißt, was mit aussortierten Sachen passieren soll und wenn der Gedanke an die Kosten der Sachen dich blockiert.


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Ich bin Anna-Lena, deine Ordnungs-expertin aus Kassel.

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