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Serie Ausmist-Blockaden - Teil 1


Ausmist-Blockaden erkennen

Wo soll ich mit dem Ausmisten anfangen und wie kann ich Erinnerungsstücke aussortieren?

Du kennst alle Theorien von Marie Kondo bis zum Swedish Death Cleaning, kommst aber nicht ins tun?

Dann bist du das Opfer von einer (oder mehreren) Ausmist-Blockaden.


Ausmist-Probleme erkennen

Ich kenne die nur zu gut und lasse mich bei mir zu Hause regelmäßig von der einen oder anderen Blockade aufhalten. Meistens passiert das unbewusst – du hast die besten Absichten, aber es klappt einfach nicht.

Der erste Schritt ist dann, dass du das Problem überhaupt erkennst. Deswegen stelle ich dir hier und in zwei weiteren Beiträgen typische Ausmist-Blockaden vor.


Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll

Das Chaos ist überall und der Berg an Sachen erscheint dir so groß, dass du ihn niemals bewältigen wirst? Das ist einer der Hauptgründe, warum ich als Ordnungscoach gebucht werde.

Grundsätzlich ist jede Stelle ein guter Anfang, einfach weil du angefangen hast.


Starte in der Küche

Zusammen mit Kunden starten wir aber in den meisten Fällen in der Küche.

Warum?

In der Küche gibt es viele Dinge, die aussortiert werden können – abgelaufene Lebensmittel, überzählige Werbetassen, mehrfach vorhandene Utensilien und natürlich die Kramschublade(n). So sind schnell Fortschritte sichtbar und du bist motiviert, weiterzumachen.

Außerdem ist die Küche der Ort, an dem in einem typischen Haushalt am meisten gearbeitet wird und die meisten Dinge im Umlauf sind. Hier macht mehr Ordnung deinen Tag sofort einfacher, indem du mehr Platz hast und weniger suchen musst.


Wo soll ich anfangen?  Und weitere Ausmist-Blockaden

Wo tut es am meisten weh?

Ist die Küche auch für dich der Ort, an dem mehr Ordnung dir am meisten bringen würde?

Oder gibt es einen anderen Ort, an dem das Chaos dir wirklich weh tut?

Dann starte da.

Wenn der Gedanke daran dir Angst macht, weil der Raum sehr voll ist oder viele schwierige Sachen enthält (wie die Erinnerungsstücke, um die es unten geht), dann starte in einem eher einfachen Raum, wie dem Badezimmer oder der Garderobe.


Wo du ganz genau anfangen sollst

Fast noch schwieriger scheint die Entscheidung, wo ganz genau du anfangen sollst.

In welchem Schrank?

Mit welcher Kategorie?

Ich weiß das auch nicht immer so genau und fange dann entweder mit den Vorräten an oder einfach links und arbeite im Uhrzeigersinn weiter.


Kettenreaktionen

Oft gibt es Kettenreaktionen (wenn ich A aufräumen will, muss ich erst bei B Platz machen, dafür muss aber C aus dem Weg). Wenn du den Anfang dieser Kette identifizieren kannst, starte dort. Wenn nicht, hilft es, einen Tisch oder ein paar Kisten als Zwischenlager zu benutzen, damit du mit A startenkannst, bevor C fertig ist.


Alles voll?

Wenn es zu voll für irgendein systematisches Vorgehen ist, mache mehrere Runden zur Vorbereitung.

Geh zuerst mit einem Müllbeutel durch den Raum uns schmeiß alles weg, was offensichtlich Müll ist.

Anschließend suchst du zusammen, was eigentlich in einen anderen Raum gehört und schaffst es zur Seite (Achtung: Am Zielort einräumen kommt später).

So hast du schon eine Menge aus dem Weg geschafft und kannst dich um die Sachen kümmern, die tatsächlich in den Raum gehören.

Am Ende ist es aber fast egal, wo du anfängst, Hauptsache du findest die Stelle, die dafür sorgst, dass du wirklich anfängst.


Es ist ein Erinnerungsstück

Neulich war ich bei einer Kundin und wir haben in ihrem Chaoszimmer eine noch originalverpackte Pfanne von einem Markenhersteller gefunden. Daraufhin habe ich ihr natürlich den Vorschlag gemacht, eine ihrer alten Pfannen auszusortieren und mit dieser brandneuen Pfanne zu ersetzen – immerhin hatte sie genau zu dem Zweck eine neue Pfanne gekauft.

Die Kundin war aber nicht angetan von dem Vorschlag: An den alten Pfannen seien zwar kaputt, aber es hingen so viele Erinnerungen daran, sie könne das jetzt nicht entscheiden.


Ausmist-Blockaden: Was tun mit Erinnerungsstücken?

Was sind Erinnerungsstücke?

Eine Pfanne zum Erinnerungsstück zu machen ist sicher nicht alltäglich, aber was ist eigentlich ein Erinnerungsstück?

Das Glas mit Sand aus dem Urlaub, das Geschirr von der Oma oder die Unterlagen aus der Schulzeit – das sind typische Erinnerungsstücke.

Du bewahrst sie auf, um dich an Situationen oder Personen zu erinnern und vor allem auch um die Gefühle wieder zu erleben, die die Erinnerung hervorruft. Es geht also eigentlich nicht um die Sachen selber. Sie sind nur der Auslöser, der dir hilft die Erinnerung und das Gefühl an die Oberfläche zu holen. Denn die Erinnerungen sind sowieso in dir drinnen (und wenn sie es nicht sind, hilft dir das Erinnerungsstück auch nicht dabei, sie hervorzuzaubern).


Erinnerungsstücke aus Schuldgefühlen

Manche Menschen sind sehr rational was das angeht und beschränken sich auf wenige Dinge. Andere bewahren alles auf, was irgendwie ein Erinnerungsstück sein könnte, oft auch aus Schuldgefühl gegenüber anderen.

Wenn das für dich gilt, hast du vielleicht das Gefühl zwischen all den Erinnerungsstücken zu ersticken. Trotzdem traust du dich nicht, etwas auszusortieren und vielleicht sogar wegzuschmeißen.

Und ja, Erinnerungsstücke loszulassen tut weh. Aber denk daran: Es geht nur um den physischen Gegenstand – die eigentliche Erinnerung ist in dir und bleibt auch dort.


Anzahl reduzieren

Deswegen ist es oft der einfachste Weg, die Anzahl der Dinge, die zu einer einzigen Erinnerung gehören zu reduzieren:

Statt dem Sand aus dem Urlaub aufzubewahren (der in seinem Glas irgendwo steht und einstaubt), reicht vielleicht das Fotobuch des Urlaubs – gerne auch mit einem Foto auf dem der Sand im Glas zu sehen ist.

Statt das ganze Geschirrservice im Keller in einem Karton zu lagern – zum Benutzen ist es dir wahrscheinlich zu schade – behalte ein oder wenige Teile und gib ihnen einen würdigen Platz, an dem du dich an ihnen erfreuen kannst.

Und von deinen alten Schulsachen reichen vielleicht ein paar Blätter pro Jahrgang, um deinen Kindern zeigen zu können, wie du schreiben gelernt hast. Ich bewahre von meinen Kindern vor allem Texte auf, die sie selber geschrieben haben („Mein Wochenende war schön. ...“).

So hast du immer noch den Auslöser, der die schöne Erinnerung hervor ruft, aber ohne das viel Platz für die Sachen gebraucht wird.


Erinnerungen räumlich begrenzen

Eine andere Herangehensweise ist es, die Menge festzulegen, die du aufbewahren möchtest (lies hier mehr zum Thema „Wie Behälter dir beim Ausmisten helfen“). Für Erinnerungsstücke kann das zum Beispiel eine große Kunststoff-Kiste pro Person sein. Darin sind die Sachen dann auch auch gegen Staub und Feuchtigkeit geschützt.

Wird die Kiste zu voll, ist es an der Zeit sie durchzuschauen und etwas gehen zu lassen. Oft sind Dinge, in einem Moment noch wahnsinnig wichtig erschienen, es mit etwas Abstand dann doch nicht mehr.


Erinnerungsstücke würdigen

Indem du Erinnerungsstücke reduzierst, kannst du ihnen auch den Raum geben, der ihnen zusteht – wie dem Einzelteil aus dem Geschirrservice von Oma. Entweder du stellst sie offen sichtbar in deinem Zuhause aus oder sie lagern in der Erinnerungskiste, die du durchschauen kannst, wenn du dich nostalgisch fühlst.


Versteckte Erinnerungen

Noch ein Hinweis:

Manchmal verstecken sich Erinnerungsstücke an Plätzen an denen du sie nicht erwartest: Das T-Shirt vom Festival ist Kleiderschrank, obwohl du es nie wieder tragen wirst. In der Besteckschublade liegt der geerbte silberne Tortenheber, der im Alltag auch nie zum Einsatz kommt.

Diese Dinge blockieren Raum, den du jetzt für die Dinge brauchst, die du tatsächlich verwendest. Wenn du dich nicht davon trennen kannst, dann lagere sie zumindest so, dass sie dir nicht im Weg sind.


So geht es weiter

Deine Blockaden waren noch nicht dabei?

Lies in Teil 2 der Ausmist-Blockaden, was du tun kannst, wenn du etwas noch brauchen könntest oder keine Zeit zum ausmisten findest.

In Teil 3 erkläre ich dir, was du tun kannst, wenn du nicht weißt, was mit aussortierten Sachen passieren soll und wenn der Gedanke an die Kosten der Sachen dich blockiert.

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Ich bin Anna-Lena, deine Ordnungs-expertin aus Kassel.

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