Wäsche organisieren: Ordnung für den Wäschekreislauf
- vor 6 Tagen
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Hast du auch „den“ Stuhl?
Den für die Klamotten, die nicht mehr sauber sind, aber auch noch nicht schmutzig? Oder hast du einen Berg, unter dem der Stuhl nicht mehr zu sehen ist? Oder sogar mehrere Berge?
Im ersten Fall: Alles in Ordnung – hier geht es maximal um etwas Optimierung. Im zweiten Fall: Ich glaube, du hast ein Problem mit dem Thema Wäsche.
Wäsche als Chaosursache
Wäsche ist übrigens eine sehr verbreitete Chaosursache, du bist also definitiv nicht allein. Das Thema ist deswegen so häufig, weil Kleidung in den meisten Haushalten eine Menge Platz einnimmt, auch wenn gefühlt eigentlich niemand besonders viele Klamotten hat.
Wäsche ist außerdem sehr sichtbar. Schon ein paar Kleidungsstücke, die rumliegen, lassen einen Raum chaotisch aussehen.
Und anders als zum Beispiel Bücher ist bei Kleidung viel in Bewegung: Es wandern ständig Sachen von A nach B und nach C und dann hoffentlich wieder nach A. Das kommt aber gerne mal ins Stocken und dann liegen Sachen rum und das Chaos ist da.
Und je länger du das Thema Wäsche aufschiebst, desto größer wird der Berg – und desto mehr fühlt es sich an wie eine Sisyphusarbeit, die du sowieso nie schaffen wirst.
Frustquelle Schmutzwäsche
Außerdem ist das Thema Wäsche nie zu Ende. Es gibt kein fertig und damit nicht das gute Gefühl, etwas abgeschlossen zu haben. Dazu kommt noch, dass Klamotten zwar sichtbar sind, die Arbeit, die sie machen aber oft unter den Tisch fällt. Wäsche ist etwas, das so nebenbei funktionieren muss, nichts, für das man Dankbarkeit erwarten kann oder sich extra Zeit im Kalender frei macht. Beides erhöht die Motivation natürlich nicht und sorgt in Familien oft für Frust.
Doch auch wenn das Thema nervig und undankbar ist: Du kannst dafür sorgen, dass es sich etwas leichter anfühlt und etwas weniger Frust auslöst.
Wäsche organisieren - Tipss für jeden Schritt
Zum Thema Wäsche organisieren gibt es zunächst zwei Prinzipien:
Kreisläufe einfacher machen
Wäsche ist ein Kreislauf – aufbewahren, tragen, sauber machen, aufbewahren usw. Je mehr Kraft ein solcher Kreislauf kostet, umso schwerer bleibt er in Gang.
Wenn du erst drei Stockwerke mit dem Wäschekorb hoch musst, wenn die Hälfte der Sachen nur mit der Hand gewaschen werden kann, wenn der Schrank übervoll ist – dann ist es kein Wunder, dass Sachen liegen bleiben.
Dann hängt der Kreislauf, weil er mehr Energie braucht, als du geben kannst. Hier kannst du ansetzen und Abläufe vereinfachen.
Routinen schaffen
Auch Entscheidungen kosten Kraft und für jeden Schritt im Wäschekreislauf aufs Neue zu entscheiden, ob und wann du ihn machen wirst, macht es viel schwieriger, als nötig. Feste Routinen nehmen dir diese Entscheidung ab. Die Handlung – zum Beispiel Wäsche aufhängen - bleibt, aber die Entscheidung fällt weg, weil es deine Routine ist, direkt nach dem Nachhausekommen, die Sachen aufzuhängen, die vormittags in der Maschine waren.
Mehr zum Thema Gewohnheiten und Routinen findest du hier: "Gewohnheiten für mehr Ordnung"
Wo stockt dein Wäschekreislauf?
Wie bei allen Ordnungsthemen gibt es auch bei der Wäsche nicht den einen richtigen Weg.
Deswegen empfehle ich dir, mal genau hinzuschauen: Wo liegt bei dir das größte Problem? Wo hakt der Kreislauf, wo fehlt die Routine? Fange dort an, etwas zu verändern.
Oft sind es kleine Anpassungen und plötzlich läuft der Kreislauf wieder. Manchmal macht es aber auch Sinn, das System Wäsche komplett zu überdenken und auch bauliche Veränderungen in Betracht zu ziehen, zum Beispiel wenn immer lange Wege oder viele Treppen zurückgelegt werden müssen.
Hier sind Ideen, wie du die typischen Stationen im Wäschekreislauf verbessern kannst.
Schmutzwäsche liegt überall rum
Das liegt oft daran, dass die Wäschekörbe nicht da sind, wo die Schmutzwäsche anfällt, zu schwierig zu bedienen sind (Deckel, Türen) oder es zu viele Kategorien gibt. Versuche, das System so weit wie möglich zu vereinfachen, auch wenn der Korb dann im Flur steht, anstatt im Schlafzimmer.
Und überlege auch, wie viele Kategorien tatsächlich notwendig sind. Ideal ist sicher eine kleinteilige Trennung, aber wäre es wirklich so schlimm, wenn das eine oder andere T-Shirt nicht ganz so lange leuchtend weiß ist?
Der Schmutzwäscheberg wird nicht kleiner
Du weißt, dass du waschen müsstest, aber irgendwie passiert es trotzdem nicht.
Was hilft sind Regeln. Zum Beispiel feste Waschtage oder die Regel „Wenn der Korb voll ist, läuft eine Maschine“. Manche Menschen schwören auch darauf, eine Ladung täglich zu waschen. Selbst wenn dann nicht jede Maschine voll ist, kann es das Wert sein, wenn es den Wäschekreislauf in Gang hält. Du kannst dich übrigens immer gerne von deinem Handy oder Smartspeaker an solche Routinen erinnern lassen.
Einfacher machen kannst du es auch wieder mit weniger Kategorien und damit, dir den Transport zur Waschmaschine zu erleichtern. Das kann manchmal so einfach sein, wie Wäschekörbe anzuschaffen, die sich angenehm tragen lassen. Es kann aber auch bedeuten, die Waschmaschine aus dem Keller ins Bad zu verlagern.
Und noch was: Wenn Spezialwäsche (Reinigung, Wolle, Seide) nicht getragen wird, weil das Waschen zu viel Arbeit macht: Oft halten Sachen in modernen Waschmaschinen mehr aus, als das Wäschelabel vermuten lässt. Es kann einen Versuch wert sein, sie normal zu waschen, wenn die Alternative ist, dass niemand sie mehr trägt.
Falls du aktuell einen sehr großen Rückstau an Schmutzwäsche hast, hier noch eine Idee: Verbringe ein paar Stunden im Waschsalon und wasche alles auf einmal. So kannst du relativ schnell alles auf Anfang bringen, anstatt zwischen dem Rückstau und der neuen Schmutzwäsche nie Land zu sehen.
Nasse Wäsche bleibt in der Maschine
Auch hier kannst du versuchen, den Transport einfacher zu gestalten. Wichtig ist auch genug Platz auf der Wäscheleine, damit das Aufhängen überhaupt möglich wird. Und auch hier kannst du dir von der Technik helfen lassen: Nutze Erinnerungen auf dem Handy, wenn die Maschine fertig ist oder stelle die Zeitvorwahl der Maschine so ein, dass sie dann fertig ist, wenn du Zeit zum Aufhängen hast. Wäsche aufhängen oder in den Trockner räumen ist übrigens auch eine Aufgabe, die du prima delegieren kannst.
Die Bügelwäsche stapelt sich
Mal ehrlich: Was muss wirklich gebügelt werden? Viele Menschen bügeln gar nichts mehr oder nur ausgewählte Teile. Wenn du gerne bügelst: Kein Problem, mach weiter so. Wenn aber an dieser Stelle der Kreislauf hängt, dann lass das Bügeln doch mal ausfallen und schau, was passiert.
Trockene Wäsche bleibt auf dem Ständer
Das ist bei vielen die größte Hürde. Die Wäsche ist sauber und trocken, aber der letzte Schritt – das Wegräumen – passiert einfach nicht und der Wäscheständer wird zum Ersatz für den Kleiderschrank.
Ein paar Tricks: Sachen, die auf Bügeln hängen, direkt auf dem Bügel trocknen lassen, dann braucht es nur einen Handgriff, sie wegzuräumen (und sie sind weniger faltig).
Man kann auch nach Personen getrennt waschen, das sparst das Sortieren. Und wenn du beim Anblick des Wäschebergs das Fürchten kriegst: Fange mit großen Teilen an, dann sieht der Berg schneller kleiner aus. Die Socken kannst du dann abends auf dem Sofa sortieren.
Und ganz wichtig: Schaffe Platz im Schrank. Ein vollgestopfter Schrank ist der größte Feind beim Wegräumen. Wenn du erst Tetris spielen musst, um ein T-Shirt unterzubringen, ist es kein Wunder, dass die Wäsche liegen bleibt.
Hier findest du zwei Beiträge zum Thema Kleidung aussortieren: "Kleiderschrank ausmisten – Teil 1: Die Vorbereitung" und "Kleiderschrank ausmisten – Teil 2: Die Umsetzung"
Hier hilft auch besonders, dir klar zu machen, dass eine Ladung Wäsche erst fertig ist, wenn sie weggeräumt wurde.
Wäsche als Familienaufgabe sehen
Wäsche ist übrigens ein prima Thema, um die ganze Familie mit einzubeziehen. Je nach Alter können Kinder immer mehr selber übernehmen, angefangen damit, schmutzige Sachen in den Wäschekorb zu schmeißen, über das Aufhängen der Sachen bis dazu, die eigenen Sachen selber wegzuräumen. Große Kinder und andere Erwachsene können auch ganz für ihre eigenen Sachen verantwortlich sein.
Es ist sinnvoll, dass eine Person das Thema im Blick behält, schon allein, damit immer Waschmittel da ist, das heißt aber nicht, dass diese Person auch alle Aufgaben alleine erledigen muss.
Weniger Kleidung = weniger Wäschechaos?
Das klingt erstmal falsch, weil du immer noch jeden Tag neue Socken anziehst, aber weniger Kleidung macht den Wäschealltag einfacher. Nicht weil weniger Schmutzwäsche anfällt, sondern weil weniger Sachen dich zwingen, regelmäßig zu waschen.
Wenn du 30 T-Shirts hast, kannst du wochenlang nicht waschen. Die Motivation fehlt, weil es noch nicht dringend ist. Mit 10 T-Shirts musst du aber regelmäßig waschen – und aus dieser Regelmäßigkeit entsteht die Routine, die es am Ende leichter macht. Statt wochenlang nichts zu tun und dann eine Marathon-Waschaktion zu starten, läuft der Kreislauf weiter, einfach weil es sein muss.
Wäsche wird nie verschwinden, aber ich hoffe, du siehst ein paar Möglichkeiten, wie das Thema weniger Arbeit und Stress machen kann.











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