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  • AutorenbildAnna-Lena von Wolff

Mehr Ordnung trotz Perfektionismus


Mehr Ordnung trotz Perfektionismus - Deine klare Linie

"Anything worth doing is worth doing badly."

Kennst du dieses Zitat des britischen Schriftstellers G. K. Chesterton?

Was er sagt ist, dass es besser ist, Dinge schlecht zu tun, anstatt sie überhaupt nicht zu tun.

Du malst gerne? Dann tu es weil es dir Spaß macht, auch wenn du kein Picasso wirst.

Du willst deine Rückenschmerzen in den Griff bekommen? Fünf Minuten dehen ist besser als überhapt nichts zu tun.

Du willst mehr Ordnung?

Ich glaube du weißt, worauf das hinaus läuf.


Auch wenn diese Sichtweise logisch Sinn macht, handeln wir im Leben oft nach dem Motto "alles oder nichts". Richtig oder gar nicht. Wenn es nicht perfekt wird. lohnt es sich nicht.


Ein perfektes Ergebnis zu erwarten mag zwar manche Menschen motivieren, stetig weiter zu machen und besser zu werden. Ganz viele andere werden vom Streben nach Perfektion aber nicht angetrieben, sondern blockiert. Das sehe ich immer und immer wieder bei Kunden und das Resultat ist paradoxerweise oft, dass es besonders unordentlich ist.


Zu hohe Erwartungen

Woran erkennst du, dass deine Erwartungen zu hoch sind?

  • Du willst erst anfangen, wenn das Projekt bis ins Detail geplant ist. Dadurch erscheint es dir so groß und kompliziert, dass du erschöpft aufgibst, bevor du angefangen hast.

  • Du kannst dich nicht zwischen den vielen möglichen Lösungen entscheiden, weil du nicht weißt, welche die Beste ist. Also recherchierst und vergleichst du und kommst nicht in die Umsetzung.

  • Du verzettelst dich bei der Umsetzung weil du an Details hängen bleibst. So kommst du kaum voran und gibst auf, weil du das Gefühl hast, es bringt sowieso nichts.

  • Du willst auf jede Situation vorbereitet sein. Deswegen fällt es dir schwer dich von Dingen zu trennen, die du eventuell noch brauchen könntest.

  • Du möchtest für jedes aussortierte Teil optimal weitergeben. Das ist am Ende so viel Arbeit, dass du die Sachen einfach behältst.

  • Du möchtest, dass es bei dir aussieht, wie auf den inszenierten Internet-Bildern. Weil das im wahren Leben unmöglich ist, hältst du dich für einen Chaoten, der sowieso keine Ordnung halten kann.

Na, findest du dich wieder?


Wenn ja, hier eine „Weisheit“, die ich auch lernen musste:

Gut genug ist gut genug!


Meine letzte Perfektions-Blockade

Mein Problem sind die vielen Möglichkeiten. Vielleicht hast du gesehen, dass du jetzt einen Newsletter von mir abonnieren kannst. Dazu gibt es etliche Programme, die dir die Bestätigungsmail schicken, die Adressen verwalten usw. Jedes Programm hat verschiedene Eigenschaften und unterschiedliche Preismodelle.

Ich habe monatelang (!) immer wieder verglichen und konnte mich nicht entscheiden.

Außerdem hat mein Perfektionismus mir auch gesagt, ich brauche erst eine fertige Willkommens-Sequenz (das sind die ersten Mails, die nach der Anmeldung kommen), ein kostenloses pdf mit super Tipps als Anreiz für die Anmeldung und außerdem, was soll ich eigentlich schreiben in so einem Newsletter? Dafür brauche ich auch vorab einen Redaktionsplan, mindestens für die nächsten Monate.

Was mir das gebracht hat? Eine Newsletter-Anmeldung, die erst jetzt online ist, anstatt schon vor Monaten. Vor ein paar Tagen hatte ich dann nämlich endlich einen Rappel und habe einfach ein Programm ausgesucht und losgelegt.

Ist es das Beste für mich? Keine Ahnung.

Ein pdf oder einen Redaktionsplan gibt es auch noch nicht. Aber es hat sich so gut gefühlt, etwas zu tun! Der Rest kommt dann später.

Denn gut genug ist gut genug!

Ehrlich.


Es muss nicht perfekt sein um besser zu werden - Deine klare Linie

Die Realität ist nicht perfekt

Es geht hier ums echte Leben und das ist nicht perfekt. Deswegen musst du oder dein Zuhause es auch nicht sein.

Du hast begrenzte Ressourcen zur Verfügung, denn deine Zeit und Energie sind nicht unendlich (vom Geld ganz zu schweigen).

Also: Gut genug ist gut genug!

Was bedeutet das jetzt für das Ausmisten, Aufräumen und Organisieren?


Vorbereiten ist gut, umsetzen ist besser

Es ist absolut sinnvoll, ein Ausmist-Projekt gut vorzubereiten.

Überlege, was mit ausgemisteten Dingen passieren soll, plane Zeitfenster ein und werde dir klar darüber, was du eigentlich erreichen möchtest.

Schreib deine Gedanken auf, damit sie mehr Verbindlichkeit bekommen und du nicht vergisst, was du eigentlich schon entschieden hast.

Wenn du jemand bist, der solche Entscheidungen (wie ich) gerne ins Unendliche ausdehnt: Setz dir Fristen! Bis in x Tagen steht dein Plan und zwar mit den – nicht perfekten – Informationen, die du bis dahin recherchieren konntest. Wenn das bedeutet, dass einige Dinge auf dem Recyclinghof landen anstatt sie einzeln weiterzugeben, dann ist das so. Anstatt weiter die Planung zu optimieren geht es irgendwann darum, einfach anzufangen.

(Und falls du dich fragst, wo: Oben links. Wenn ich keinen offensichtlichen Anfangspunkt in einem Raum sehe, fange ich immer oben links an und arbeite mich im Uhrzeigersinn um den Raum).


Erst ausmisten, dann einkaufen?!

Viele meiner Kunden verbringen lange Zeit damit, die idealen Kisten oder Regaleinsätze oder Vorratsbehälter zu suchen. Schließlich sollen die nach dem Ausmisten verbliebenen Sachen dann perfekt eingeräumt und organisiert werden.

Da es ziemlich schwer ist, die perfekten Kisten zu finden, die genau in den Schrank und auch zum Einrichtungsstil passen, fangen sie nicht mit dem Ausmisten an.

Ganz unabhängig vom Perfektionismus sollte man Behälter immer erst nach dem Ausmisten und Organisieren anschaffen. Schließlich weißt du vorher nicht, wie viel eigentlich übrig ist und oft genug stellt es sich heraus, dass die Dinge doch woanders aufbewahrt werden sollen als zuvor.

Gleichzeitig macht es das Organisieren definitiv einfacher, wenn Behälter vorhanden sind. Da reichen aber die diversen Kartons, die du von Online-Bestellungen bestimmt zu Hause hast.

Und wenn es dann tatsächlich daran geht, Ordnungshelfer zu besorgen gilt auch wieder: 100% perfekt gibt es nicht. Selbst wenn du jetzt die ideale Lösung findest, kann dir niemand garantieren dass du die Serie noch nachkaufen kannst, falls sich in ein paar Jahren die Notwendigkeit ergibt.


Große Projekte, kleine Schritte

Aus einer großen Aufgabe viele kleine Schritte zu machen ist auf jeden Fall ein sinnvoller Tipp.

Anstatt dir vorzunehmen das ganze Haus neu zu organisieren solltest du natürlich lieber nach Räumen oder Kategorien vorgehen und ausmisten und organisieren als eigene Schritte sehen. Mehr zu der Unterscheidung zwischen ausmisten und organisieren kannst du hier lesen: "Ausmisten, aufräumen und organisieren – Schritt für Schritt zu mehr Ordnung"


Schwierig für die Umsetzung wird es dann, wenn du für jeden Schritt jede Eventualität vordenken möchtest. Mit diesen „Was wäre wenn“-Gedanken gibt es plötzlich so viele Möglichkeiten dass du wie gelähmt bist.


Wenn es dir hilft eine Liste zum Abhaken zu machen, dann tu das. Beschränke dich aber bei der detaillierten Planung auf die Schritte, die unmittelbar vor dir liegen. Wenn du weißt, was deine Motivation ist, reicht für alles Weitere eine grobe Planung aus. Die Details kommen dann, wenn es so weit ist. Und solltest du unterwegs auf Schwierigkeiten stoßen kannst du dann darauf reagieren.


Indem du schnell aus der Planungsphase raus kommst und tatsächlich anfängst, sammelst du Erfahrungen und wirst du feststellen, welche Schritte vielleicht mehr Aufmerksamkeit brauchen und welche so schnell und einfach sind, dass sie eigentlich kein eigenes Kästchen auf deiner Liste brauchen.


Dauerhafte Ordnung erreichen: Gut genug ist gut genug - Deine klare Linie

Vor lauter Details nicht das Ziel vergessen

Auch in der Umsetzung gilt, dass gut genug gut genug ist.

Wenn du dazu neigst, jedes Detail perfektionieren zu wollen, wird es sehr lange dauern, bis du sichtbare Ergebnisse erzielst. Du kümmerst dich dann so sehr um Einzelheiten, dass die Gefahr besteht, das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren.

Küchentücher immer wieder zu falten bis sie exakt die gleiche Größe haben oder Bücher hin und her zu sortieren bis der farbliche Regenbogen perfekt ist, dauert lange und das Resultat ist oft nicht von Dauer.


Ansprüche vs Realität

Spätestens nach der nächsten Wäsche hast du vielleicht nicht mehr die Zeit, alles liebevoll zu falten. Entweder machst du es dann so ungefähr und bist mit dir unzufrieden oder (und das sind die echten Perfektionisten) du legst die Tücher neben den Schrank, um sie perfekt zu falten, wenn du Zeit dafür hast. Da die Zeit selten kommt und die Küchentücher nicht das Einzige sind, was perfekt weggeräumt werden soll, wächst das Chaos.

Kommt dir das bekannt vor?

Das ist ein typischer Fall dafür, dass deine Ansprüche und deine Ressourcen nicht zusammen passen.

Mein Tipp: Such dir eine Person, deren Urteil du vertraust und lass dich bei der Entscheidung unterstützen, wann es gut genug ist. So schaffst du es, tatsächlich weiter zu kommen, denn natürlich sind etwas schief gefaltete Tücher im Schrank besser als welche, die ungefaltet neben dem Schrank liegen.


Ordnung trotz Perfektionismus

Ich könnte noch mit etlichen Beispielen und Situationen weiter machen, aber ich hoffe du erkennst, worum es geht und das Ordnung trotz Perfektionismus möglich ist.

Hier nochmal die wichtigsten Hinweise:

  • Behalte deine große Motivation im Blick

  • Konzentriere dich auf die nächsten Schritte

  • Fang an

  • Respektiere was du leisten kannst

Und natürlich:

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Ich bin Anna-Lena, deine Ordnungs-expertin aus Kassel.

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