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  • AutorenbildAnna-Lena von Wolff

Entspannen ohne schlechtes Gewissen


Entspannen ohne schlechtes Gewissen - Deine klare Linie

In der letzten Zeit gab es wieder viel zu tun bei mir zu Hause.

Ein Satz, den ich einer Bekannten geschrieben habe, bringt es ganz gut auf dem Punkt: Ich halte durch und hoffe, dass es irgendwann läuft, ohne sich nach durchhalten anzufühlen.

Mein Mann hat mir dann drei Nächte im Hotel im Harz gebucht.


Eine Pause vom Familienalltag

Ich selber hätte es mir ziemlich sicher nicht erlaubt, „so lange“ weg zu fahren und hatte deutlich mit schlechtem Gewissen zu kämpfen, als ich mich ins Auto gesetzt habe. Mit jeden Kilometer ist dann aber ein bisschen Anspannung von mir abgefallen. Ich hatte ein paar Bücher mitgenommen und meine Aquarell-Aachen, am Ende habe ich aber die meiste Zeit beim schönstem Spätsommerwetter beim Wandern verbracht.


Freizeit fest einplanen

Und ich habe eine Entscheidung getroffen:

Einen Tag in der Woche nehme ich mir frei (zumindest in der Zeit zwischen 8 und 14 Uhr, wenn alle anderen aus dem Haus sind). Das heißt nicht, dass ich da nichts tue. Es heißt, dass ich nichts tun muss. Wenn ich arbeiten möchte, darf ich das. Ich muss aber nicht. Wenn ich den ganzen Tag lesen möchte oder mich noch mal hinlegen, darf ich das auch.

Ein ziemlich radikaler Gedanke für mich und ich bin nicht immer sicher, ob ich das wirklich „darf“.


Bist du getrieben von „Ich muss“-Gedanken? - Deine klare Linie

Kennst du auch das schlechte Gewissen, wenn du dich entspannst?

Es sind Gedanken wie:

  • Ich muss weiter machen. - Ich darf mich nur ausruhen, wenn ich es durch Ergebnisse verdient habe.

  • Ich muss mehr machen. - Ich darf nur Pausen machen, wenn ich wirklich nicht mehr kann.

  • Ich sollte etwas sinnvolles machen. - Wenn Tätigkeiten keinen „Nutzen“ haben, sind sie wertlos.

  • Ich muss durchhalten. - Die Signale meines Körpers zählen nicht.

  • Ich muss Ja sagen. - Wenn ich Nein sage, auch wenn ich Ja sagen könnte, bin ich egoistisch.

Puh, wir sind ganz schön hart zu uns selbst.

Vielleicht weil es uns so vorgelebt wurde („Wer rastet, der rostet.“).

Vielleicht weil Social Media uns zeigt, dass es immer jemanden gibt, der besser ist („Du kannst alles schaffen, wenn du es nur willst!“)

Vielleicht weil wir Angst haben, etwas zu verpassen oder weil wir gelernt haben, nur dann ein wertvoller Mensch zu sein, wenn wir an alle anderen denken, bevor wir an uns selbst denken dürfen.


Keine Lust oder keine Kraft?

Natürlich ist nicht jedes „ich muss“ oder „ich sollte“ ein schlechter Gedanke – es gibt Aufgaben, die wichtig sind und die du erledigen willst, auf die du aber im Moment trotzdem keine Lust hast (lies mehr dazu im Beitrag "Ich will nicht! Motivation finden, wenn keine da ist").


Pausen mit schlechtem Gewissen sind keine Pausen

Ganz oft hindern diese Gedanken dich aber daran, einfach mal eine Weile nichts (oder nichts „sinnvolles“) zu tun – aus dem Fenster schauen zum Beispiel, oder ein Nickerchen machen oder irgendwas zu tun, was dir Freude macht.

Und wenn du diese Dinge trotzdem machst, aber gleichzeitig ein schlechtes Gewissen hast, raubt dir das einen guten Teil der Freude und Entspannung.

Eine echte Falle, denn dann ist die Pause keine wirkliche Pause. Stattdessen beendest du deine „Pause“ genau so erschöpft, wie sie angefangen hast und hast zusätzlich noch Zeit verloren, alles zu erledigen, was du meinst erledigen zu müssen.

Achtsamkeit im wahren Leben

In der Theorie weißt du natürlich, wie wichtig Entspannung ist und hast auch schon mal was von Achtsamkeit gehört. Im wahren Leben bist du aber so gefangen in den „Ich muss“-Gedanken, dass du erst merkst, wie müde du bist, wenn nichts mehr geht.

Im besten Fall genügen dann ein paar Stunden, um deine Akkus wieder aufzuladen, im schlimmsten Fall landest du im Burnout und bist monatelang außer Gefecht.


Pausen von den täglichen Verpflichtungen sind aber nicht nur Pitstops zum Auftanken auf dem Weg zu nächsten Aufgabe, sondern auch für sich sehr wichtig für ein zufriedenes Leben. Sie erlauben dir, zu tun was dir Freude macht und dich erfüllt und sind dein Ausgleich zu den vielen, vielen Anforderungen, die täglich auf dich zukommen.


Darf ich Pausen machen?

Das klingt alles super, aber ich höre schon die Einwände:

Wenn ich es nicht mache, macht es keiner.

Aber es muss doch gemacht werden.

Wenn es nicht gemacht wird, bin ich enttäuscht von mir selber/sind andere enttäuscht von mir.

Und dann erscheint es der Weg des geringsten Widerstands zu sein, „es“ einfach zu machen.


Weglaufen ist keine Lösung

Ich kann dir leider keinen einfachen Ausweg anbieten. Auch wenn du aus Überforderung davon träumst, einfach abzuhauen und irgendwo anders ganz neu anzufangen: Deine inneren Ansprüche und Vorwürfe werden dir folgen.

Sie abzulegen erfordert Mühe und macht Angst und Schuldgefühle.


Warum muss ich das tun?

Aber du kannst damit anfangen, indem du dich deine „Ich muss“-Gedanken kurz unterbrichst und dir eine Frage stellst: „Warum?“

Dahinter stehen weitere Fragen:

  • Warum glaube ich, dass jetzt machen zu müssen?

  • Ist es wirklich nötig?

  • Was passiert, wenn ich es nicht tue?

  • Ist das wirklich so schlimm?

Oder:

  • Ist es ein alter Glaubenssatz? Einer der dir sagt, dass du immer perfekt sein musst, immer für andere da sein musst, dass du nie genug machst, nie genug bist?

Glaubenssätze loslassen

Diese Glaubenssätze zu erkennen ist der erste Schritt. Das hilft dir zu sehen, dass nicht alle „Ich muss“-Gedanken wirklich Muss-Aufgaben sind.

Der nächste Schritt ist es, den Mut zu finden, auch mal Nein zu sagen, ohne dich direkt in die nächste Aufgabe zu stürzen. Dich stattdessen zu fragen, was du jetzt eigentlich willst und das zu tun.

Auch wenn es nur 20 Minuten sind.


Warum Pausen so wichtig sind - Deine klare Linie

Wie lange muss ich Pause machen, bis es mir besser geht?

Wenn du schon lange über deine Grenzen lebst, kann es sein, dass du sehr, sehr lange – über Wochen oder Monate – in solchen Situationen einfach nichts machen willst. Selbst Hobbies oder eigentlich entspannende Spaziergänge mit dem Hund scheinen dann wie weitere Aufgaben und Anforderungen. Das ist ok!

Du darfst tun, was du möchtest.

Nimm dir ruhig einen Moment, um in dich zu spüren und herauszufinden, was das ist. Und dann tu es bewusst und erlaube es dir.


Gefühle betäuben hilft nicht

Das heißt nicht, dass du in deinen Pausen immer den einfachsten Weg gehen solltest, indem du dich hinters Handy oder vor den Fernseher klemmst. Damit betäubst du nur deine eigenen Gedanken und Wünsche und dir werden immer neue Ideale vorgelebt, wie du sein solltest (und damit noch mehr „Ich muss-Gedanken“ eingetrichtert). Pausen dürfen auch etwas von dir fordern – zum Beispiel beim Sport oder einem Hobby – sofern die Motivation dazu wirklich aus dir selber kommt und nicht aus Erwartungen und Verpflichtungen.

Meine Wanderungen im Harz haben ich mich das eine oder andere mal ganz schön ins Schwitzen gebracht – aber die Freude daran, ganz alleine und ohne dass jemand etwas von mir will die Natur zu genießen, war einfach größer.


Freie Zeit verteidigen

Jetzt geht es darum, meinen freien Tag zu verteidigen.

Gegen die Aufgaben und Deadlines und vor allem auch gegen meine Gedanken, die mir weis machen wollen, dass ich nie richtig erfolgreich sein werde, wenn ich nur vier Tage in der Woche arbeite und dass andere viel mehr machen als ich und das auch irgendwie schaffen.

Dann möchte ich mich fragen, ob ich so sein muss wie die anderen. Und was passiert, wenn ich es nicht bin, sondern darauf höre, was für mich der richtige Weg ist.

Ich wünsche mir, dass ich das schaffe.


Wenn du das nächste mal einen „Ich muss“-Gedanken hast, dann frag dich doch auch mal, ob das wirklich deine eigenen Gedanken sind oder alte Glaubenssätze, die dir Entspannen ohne schlechtes Gewissen unmöglich machen.

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Ich bin Anna-Lena, deine Ordnungs-expertin aus Kassel.

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