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  • AutorenbildAnna-Lena von Wolff

Wie Planung und Vorab-Entscheidungen deinen Alltag entspannter machen


Bild Blogbeitrag Planung und Vorab-Entscheidung

Ich bin ja jemand, der Sachen gerne in der letzten Minute erledigt.

Irgendwie habe ich da einen Aberglauben: Wenn meine To do-Liste zu kurz ist, kommen auf jeden Fall noch Sachen dazu, die nicht kommen würden, wenn die Liste lang ist. Das ist natürlich totaler Quatsch und führt nur zu mehr Stress.


Gestern habe ich das wieder bemerkt: Ich hatte einen Kundentermin für den ich noch ein paar Sachen ausdrucken musste. Statt das schon gestern oder letzte Woche zu tun, habe ich es erst an dem Morgen gemacht. Und was passiert? Der Drucker streikt! Die Minuten vergehen, der Stresspegel steigt, die Laune kippt. Am Ende hat es dann irgendwie geklappt, aber schön war das nicht.


Hätte ich mich früher darum gekümmert, wäre die Arbeit die gleiche gewesen (obwohl ich sicher bin, dass Drucker es nicht gut mit einem meinen und wissen, wenn man es eilig hat). Der Stress hätte aber deutlich geringer sein können, wenn mir der Termin nicht im Nacken sitzt.


Darum geht es in diesem Text:

Wie du Alltag und Arbeit entspannter machst, indem du vorab Entscheidungen triffst und Dinge dann erledigst, wenn es für dich am einfachsten ist. Denn eigentlich weiß ich ja, wie es geht.


Rush Hour

In fast jeder Familie gibt es eine oder sogar mehrere Rush Hours am Tag – also Zeiten, die besonders stressig sind, weil viele Dinge auf einmal erledigt werden müssen.

Das kann der Morgen sein, wenn alle rechtzeitig und mit allem was sie brauchen das Haus verlassen müssen.

Oder der späte Nachmittag, wenn Hunger, Müdigkeit und Hausaufgaben sowieso für schlechte Stimmung sorgen.

Überleg mal, zu welchen Zeiten bei euch die Hütte brennt.

Stell dir vor, du kommst in Zukunft (fast) ohne diese Momente durch den Alltag, in denen du dich klonen müsstest, um alles auf einmal zu schaffen.


Das geht mit Planung und Vorbereitung.


Was heißt das?

Planen und Vorbereiten bedeutet, dass du dir

  • einen Überblick verschaffst, was wann ansteht

  • einplanst, wann du es idealerweise erledigst und

  • dich an den Plan hältst und Dinge nicht erst auf den letzten Drücker machst.

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Eure Wochenpläne

Zuerst kommt Punkt ein, die Bestandsaufnahme. Dafür machst du zwei Wochenpläne.


Familien-Stundenplan

Der erste ist ein stundengenauer Plan für die Familie.

Nimm dir ein Blatt Papier und male einen Plan mit Tagen und Stunden, wie ein Stundenplan für die Schule. Dort trägst du für jedes Familienmitglied alle regulären Aufgaben und Termine vom Aufstehen bis zum ins Bett gehen ein und zwar inklusive Wegezeiten. So siehst du, wann wer das Haus verlässt und zurück kommt und auch, wie viele (oder wenige) Lücken es eigentlich gibt. Vielleicht zeigt dir der Blick auf diesen Plan, warum manche Zeiten oder Tage sich oft stressig anfühlen. So lange sich nicht prinzipiell etwas an Arbeits- und Schulzeiten oder Hobbies ändert, reicht es, diesen Plan einmal zu machen.


Wochenplan

Ein anderes Hilfsmittel zur Planung des Alltags ist ein aktueller Wochenplan. Anders als ein Kalender, der dir eine längerfristige Übersicht über Termine gibt, enthält er für eine Woche alle Termine und wiederkehrenden Aufgaben: Am Dienstag müssen die Sportsachen mit in die Schule, am Donnerstag die Mülltonne nach vorne bringen etc. Es ist im Prinzip eine To Do-Liste, auf der nur das steht, was an dem Tag wirklich gemacht werden muss. Diese Liste aktualisierst du jeden Sonntag für die kommende Woche. Sie hängt so, dass jeder sehen kann, was ansteht. Im Prinzip hast du die meisten Einträge wahrscheinlich im Kopf, aber Aufschreiben hat den großen Vorteil, dass du dich eben nicht erinnern musst. Das macht den Kopf frei.


Wie helfen dir der Familien-Stundenplan und der Wochenplan?

Vielleicht weißt du, dass ein Abend in der Woche immer besonders stressig ist und die Kinder am Ende immer zu spät im Bett sind. Auf dem Plan erkennst du dann, dass an diesem Tag zwischen Schule, Arbeit und Sportverein nur 15 Minuten bleiben, um das Abendessen vorzubereiten. Kein Wunder, dass mit der regulären Schlafenszeit nicht klappt. In dem Fall wäre es eine große Erleichterung, das Essen so weit wie möglich am Vortag vorzubereiten oder einfach zu beschließen, dass ihr an dem Tag kalt esst oder schnell eine Pizza in den Ofen schiebt.


Damit sind schon die großen Möglichkeiten angesprochen, durch Planung und Vorab-Entscheidungen für mehr Entspannung zu sorgen:

  • Aufgaben vereinfachen oder abschaffen

  • Aufgaben auf andere Zeiten verschieben

  • Aufgaben zusammenfassen


Was das im Einzelnen bedeutet, erkläre ich gleich. Vorher noch das ganz wichtige Prinzip der Vorab-Entscheidungen.


Vorab-Entscheidungen treffen

Jeden Tag triffst du unzählige Entscheidungen. Das kostet Energie, die dir dann für andere Dinge fehlt. Zusätzlich kann jede Entscheidung auch dazu führen, dass du sie mit dir selbst (oder dem Rest der Familie) diskutierst – der innere Schweinehund lässt grüßen – und am Ende doch erledigst, was du eigentlich wolltest weil in dem Moment die Ausrede in deinem Kopf stärker war.

Indem du vorab entscheidest, fällt das weg. Ganz viele dieser „Vorab-Entscheidungen“ fallen dir überhaupt nicht als solche auf, weil sie so selbstverständlich sind: Zähne putzen oder nach dem Essen den Tisch abräumen wären Beispiele dafür.


Neben den Entscheidungen, die du schon getroffen hast, kannst du auch noch weitere treffen. Zum Beispiel indem es jeden Montag was aus dem Tiefkühler gibt oder vor dem Abendessen Hausaufgaben gemacht werden oder du jeden Morgen eine Waschmaschine startest.


Denk in allen Bereichen immer wieder darüber nach, welche Entscheidungen du einmal treffen kannst anstatt immer wieder neu darüber nachdenken zu müssen. Jede dieser Vorab-Entscheidungen wird mit der Zeit zu einer Routine, die dir den Alltag erleichtert. (Auch im Bereich Ordnung wird es durch solche Vorab-Entscheidungen übrigens einfacher, nachhaltige Aufräum-Routinen zu entwickeln.)


Aufgaben vereinfachen oder abschaffen

Das Beispiel der Tiefkühl-Pizza zeigt es schon: Wenn keine Zeit zum frisch Kochen ist, darfst du es dir auch einfacher machen. Es gibt in vielen Bereich des Alltags solche Möglichkeiten zur Vereinfachung. Auch möglichst viele Vorab-Entscheidungen zu treffen bedeutet eine Vereinfachung, denn du sparst dir die tägliche Nachdenk-Arbeit.


Und natürlich lohnt es sich auch, darüber nachzudenken, ob nicht auch grundsätzlich Aufgaben reduziert werden können.


Vereinfachen und abschaffen kann schmerzhaft sein und bedeutet vielleicht, dass du vom Idealbild deiner Familie abweichen musst (in dem täglich frisch gekocht wird und die Kinder im Sportverein und in der Musikschule sind). Deswegen ist hier jede Entscheidung eine ganz individuelle Abwägung zwischen dem, was es an Zeit und Aufwand kostet und dem, was es an Freude bringt.


Aufgaben auf andere Zeiten verschieben

Deine Wochenpläne zeigen dir, wann es eng ist und wann nicht ganz so sehr. Indem du Aufgaben in diese „nicht ganz so sehr“-Zeiten legst, erledigst du sie dann, wann es für dich entspannter ist und nicht erst in der letzten Sekunde gleichzeitig mit den anderen Letzte-Sekunde-Aufgaben.

Das kann am Abend sein, wenn die Kinder im Bett sind, am Nachmittag bevor alle nach Hause kommen oder morgens vor der Arbeit, je nachdem, wie es halt am besten passt. Deine Wochenpläne zeigen dir, wann die besten Zeiten sind und was jeweils erledigt und vorbereitet werden sollte.

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Aufgaben zusammenfassen

Die Fließbandarbeit lässt grüßen – sie perfektioniert ein wichtiges Prinzip der Arbeitserleichterung. Indem du Aufgaben zusammenfasst, sparst du insgesamt Zeit.


Der wöchentliche Speiseplan ist ein Beispiel dafür. Indem du einmal entscheidest, was er in der kommenden Woche geben soll (Entscheidungen treffen!) musst du nicht mehr jeden Tag überlegen.

Außerdem kannst du alles auf einmal einkaufen und die Zutaten für mehrere Tage in einem Rutsch vorbereiten.


Du könntest zum Beispiel auch einmal in der Woche die Outfits für die nächsten Tage rauslegen oder an einem festen Tag die Post sortieren und abarbeiten, anstatt jeden Brief einzeln.


Zum Aufgaben zusammenfassen gehört auch das zusammenarbeiten:

Es gibt keinen Grund, warum du immer alles selber machen musst. Fahrgemeinschaften mit anderen Eltern sind nur der Anfang, um sich Aufgaben mit anderen zu teilen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem wöchentlichen Abendessen-Austausch oder Hunde-Sitting auf Gegenseitigkeit? So lange solche Regelungen nicht zusätzliche Arbeit bedeuten, sondern allen Beteiligten das Leben erleichtern, spricht nichts dagegen.


Wie kannst du das Planen und Vorab-Entscheiden umsetzen?

Wenn dir das alles zu groß und kompliziert klingt, fang mit ein paar kleinen Schritten an:

  • Schreibe jede Woche einen Wochenplan

  • Nimm die jeden Abend ein paar Minuten Zeit und schaue, was du vorbereiten kannst, dass der nächsten Morgen entspannter wird: Sind alle Sachen zusammengesucht? Weiß jeder, wann er wohin muss? An was musst du morgen unbedingt denken?

  • Wenn das eine automatische Angewohnheit geworden ist, suchst du einen anderen Bereich, der dir oft Stress macht und überlege, wie du ihn mit Planung und Vorab-Entscheidungen vereinfachen kannst. Mein Tipp ist die Essensplanung.


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