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Mut zu weniger - Minimalismus in der Küche


Dieser Beitrag wurde von mir geschrieben, die Geschichte stammt aber von einer Bekannten, die von ihrer Erfahrung berichtet. Ich würde gerne auch so radikal reduzieren. Mal sehen ob ich mich irgendwann traue.


Minimalismus in der Küche - Deine klare Linie

Camping-Ausrüstung

,,Letzten Sommer waren wir im Camping-Urlaub, mit Auto und Zelt von einem Ort zum nächsten. Eingepackt haben wir nur Sachen, die wir unterwegs tatsächlich brauchen:

Ein Topf, eine Pfanne, pro Person einmal Geschirr und Besteck, ein scharfes Messer usw.

Unterwegs haben wir ganz selbstverständlich nach jeder Mahlzeit abgespült – schließlich waren keine sauberen Sachen für die nächste Mahlzeit mehr da.


Camping zu Hause

Irgendwann dachte ich, ob das nicht auch eine Möglichkeit für Zuhause sein könnte.


Der Gedanke war verlockend:

  • Keine übervollen Schränke und Schubladen.

  • Keine Berge aus schmutzigem Geschirr.

  • Vereinfachung und optische Ruhe.


Dann aber kamen die Bedenken:

  • Zuhause ist kein Urlaub.

  • Nach dem Frühstück müssen alle schnell aus dem Haus, wie sollen wir da sofort spülen?

  • Die Spülmaschine nur für ein paar Teile anzumachen ist doch Wahnsinn.

  • Und was ist mit Gästen?

Hm, viele Pros und Contras.


Wir versuchen Minimalismus in der Küche

Aber ich konnte den Gedanken nicht loslassen. Es klang einfach zu verlockend. Bei einem Glas Wein habe ich dann mich selbst und auch meinen Mann überzeugt – zumindest für eine Testphase. Vier Wochen lang wie im Urlaub mit dem Minimum auskommen und dann entscheiden wir, wie es weiter geht. Ich bin fest davon ausgegangen, dass es sich als Schnapsidee herausstellt.


Für mehr Freiraum: Was brauchst du wirklich in der Küche?

Maximal aussortieren

Zuhause angekommen wurde jeder Gegenstand in der Küche hinterfragt und geblieben ist nur das Nötigste, also in etwa das, was wir im Urlaub dabei hatten.

Dazu noch ein paar Dinge, auf die wir zwar im Urlaub verzichtet haben, die uns aber im Alltag wichtig sind, zum Beispiel Toaster und Kaffeemaschine, ein Sparschäler und auch das viel genutzte Waffeleisen.

Mehr als drei Viertel der Dinge sind in Kartons verpackt im Keller gelandet. Einige Küchenschränke waren komplett leer, die anderen wunderbar übersichtlich.

Jeder Blick in die Küche hat mich erleichtert aufatmen lassen.


Ein Jahr später

Das war vor fast einem Jahr und wir bereuen nichts.

Ein paar Sachen haben wir dauerhaft wieder in die Küche geholt. In einem Hängeschrank ganz oben lagern ein paar Sets zusätzliches Geschirr für Gäste. Einfach weil ich keine Lust habe, für ein Trinkglas für einen Besucher in den Keller zu laufen.

Im Keller gibt es noch zwei Kisten mit Küchensachen. Darin sind ein Geschirrvorrat für größere Einladungen und ein paar Spezialgeräte, die wir nur selten brauchen, aber trotzdem nicht weggeben wollten. Der viele Kleinkram von dem wir dachten, er wäre dringend nötig ist längst weitergegeben.


Mehr Achtsamkeit

Generell passen wir jetzt viel besser auf die Sachen auf. Es verschwindet nur selten ein Teller im Kinderzimmer oder eine Kaffeetasse auf dem Balkon. Tatsächlich haben die Kinder sich irgendwann besondere Teller gewünscht und so hat jetzt jeder einen eigenen, selbst ausgesuchten. Das gleiche gilt für Trinkgläser: Jeder hat sein eigenes, gut erkennbares. Dadurch ist es kein Problem, es den Tag über wieder zu finden und nochmal zu benutzen.


Minimalistische Ästhetik

An den individuellen Gläsern und Tellern sieht man auch, worum es uns nicht geht: Minimalismus der Ästhetik wegen. Alles in weiß oder beige, das ist nichts für uns. Unsere Sachen dürfen bunt sein. Wir haben auch keine feste Zahl an Dingen, auf die wir uns beschränken. Unser Ziel ist es, so wenig wie möglich zu haben, aber doch so viel wie für ein angenehmes Leben nötig.


Wenn etwas Neues kommt, geht etwas Altes

Mit Kindern ändern sich natürlich die Wünsche und Bedürfnisse: Die Trinkflasche ist plötzlich uncool, die Portionen werden größer und damit auch die Schüsseln und Teller. Wir sind nicht Anti-Konsum. Wenn jemand etwas Neues braucht oder haben möchte, ist das ok. Wir achten aber darauf, dass die alten Sachen, die ersetzt werden, tatsächlich die Küche verlassen.


Nur ein Teller pro Person? Minimalismus in der Küche

Mehrmals täglich abspülen?

Die Spülmaschine war seitdem nur ein paar mal an.

Grundsätzlich spülen wir direkt nach dem Abendessen, manchmal auch noch ein zweites mal tagsüber. Das dauert jedes mal nur ein paar Minuten, es sind ja nur ein paar Teile.

Für uns funktioniert das, weil wir während der Woche mittags nicht zu Hause sind. Morgens benutzen wir nur Müslischalen und Kaffeebecher, abends dann Kochgeschirr, Teller oder Suppenteller.


Auf das Wesentliche konzentrieren

Natürlich ist es unkonventionell. Wir haben aber gemerkt, dass uns die Küche vor allem für eine Sache wichtig ist:

Stressfrei Mahlzeiten für die Familie zuzubereiten.

Die vielen Spezialgeräte, das Geschirr für 12 Personen, unterschiedliche Gläser für Bier, Weißwein, Rotwein, Whiskey usw. – anderen sind diese Dinge wichtig und das ist vollkommen in Ordnung.

Wir brauchen sie einfach nicht.

Wenn wir davon erzählen, schauen wir aber jedes mal in fragende (oder entsetzte) Gesichter.

Unsere Antwort: Probiert es doch mal aus, nur für eine Testphase. ''


Ergänzung:

Im November 2023 habe ich diesen Beitrag überarbeitet und die Bilder erneuert. In dem Zusammenhang habe ich auch nachgefragt, wie es so läuft - über ein Jahr nach dem ersten Beitrag und über 2 Jahre nach der Ausmist-Aktion.

Hier die Antwort: "Wir bereuen immer noch nichts. Der Minimalismus in der Küche hat sich sogar auch auf andere Bereiche ausgedehnt. In der Küche sind ein paar Sachen neu gekommen, dafür andere wieder gegangen. Demnächst ziehen wir um und haben schon entschieden, dass wir in der neuen Küche viel weniger Schränke wollen und dafür Platz für einen größeren Tisch zum gemütlichen zusammen sitzen."


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