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Entscheiden, was zu tun ist. Prioritäten setzen gegen Chaos und Stress im Alltag.

Entscheiden, was zu tun ist. Prioritäten setzen gegen Chaos und Stress im Alltag. Deine klare Linie

Jetzt gerade sitze ich hier am Computer und arbeite an diesem Blogbeitrag. Während ich überlege, wie ich die ersten Sätze schreibe klingelt es an der Tür.

Was mache ich jetzt?

Wahrscheinlich ist es dir Post, also weiter schreiben oder aufmachen? Ich entscheide mich für die Tür, denn ich erwarte ein Paket. Der Beitrag hat kurz Pause. Wäre ich grade in einem Kundengespräch, hätte ich das Klingeln wahrscheinlich ignoriert.


Prioritäten setzen passiert ununterbrochen

In beiden Fällen geht es um Prioritäten. Im ersten ist die Türklingel zumindest für eine Minute wichtiger als der Blogbeitrag, im zweiten der Kundentermin wichtiger als das Paket. Ich nehme es in Kauf, morgen das Paket selber abholen zu müssen.

Auch du setzt ständig Prioritäten.

Bewusst oder unbewusst entscheidest du, etwas zu tun oder eben nicht.

Oft fällt das leicht, manchmal muss man erst den innen Schweinehund besiegen, um die „richtige“ Entscheidung zu treffen, manchmal sind es so viele Aufgaben und Entscheidungen, dass nichts mehr geht. Gerne sind das die Situationen, in denen man anfängt Dinge zu tun, die einen überhaupt nicht weiter bringen, weil die wichtigen Entscheidungen zu schwierig sind.


Auch Nicht-Entscheiden ist eine Entscheidung 

Eins ist ganz wichtig zu verstehen:

Auch wenn du keine bewusste Entscheidung triffst, hast du etwas entschieden.

Nämlich, dass es so weiter geht, wie bisher.

Das fühlt sich oft einfacher an, denn die Entscheidung etwas zu verändern, könnte sich später als Fehler erweisen.

Oft ist „es bleibt so wie es ist“ aber auch keine gute Entscheidung.

Die Dinge bleiben nämlich selten statisch, sondern entwickelt sich weiter in die Richtung, in die sie schon unterwegs sind.

Ein Beispiel: Wenn du dich nicht entscheidest dein Handy weg zu legen um den Herd auszuschalten, bleibt die Küche nicht wie im Dornröschenschlaf liegen. Stattdessen ist das Essen irgendwann verbrannt.

Und wenn du dich nicht entscheidest, das Thema Ordnung anzugehen, werden es mit der Zeit immer mehr Sachen und das Chaos wird immer größer.


Es macht also Sinn, bewusste Entscheidungen zu treffen. Sie helfen dir, die Situation unter Kontrolle zu halten.

Wie kannst du aber entscheiden, was wichtig ist?


Entscheiden, was zu tun ist. Wenn alles wichtig ist, ist nichts wichtig - Deine klare Linie

Wenn alles wichtig ist, ist nichts wichtig

Es gibt noch eine grundlegende Wahrheit, was Prioritäten angeht:

Wenn alles wichtig ist, ist nichts wichtig.

In jedem Bereich jederzeit perfekt zu sein schafft niemand, auch wenn manche Menschen es schaffen, diesen Eindruck zu erwecken.

Du kannst nicht gleichzeitig voll für deine Kinder da sein und den Papierkram sortieren. Du kannst vielleicht den Papierkram sortieren, während deine Kinder im Zimmer sind, aber konzentriert sortieren und konzentriert den Kindersorgen zuhören, das klappt nicht.

Es sorgt nur dafür, dass du beides nicht richtig machst und am Ende niemand zufrieden ist.

Aber was sollst du tun, wenn alles wichtig scheint?


Muss ich es jetzt tun oder reicht später auch aus?

Die erste Möglichkeit ist, sich klar zu machen, was wirklich dringend ist.

Denn sich jetzt gegen etwas zu entscheiden, heißt nicht, dass es nie passieren wird. Es heißt nur, dass jetzt im Moment andere Dinge wichtiger sind.

Der Gedanke hilft dir auch, wenn alles wichtig scheint.

Atme ein paar mal tief durch und dann schau deine Liste an:

Welche der Dinge müssen WIRKLICH jetzt erledigt werden (oder heute oder diese Woche – je nachdem, welchen Zeitraum du gerade anschaust).

Bei welchen hätte es ECHTE Konsequenzen, wenn sie liegen bleiben, bei welchen wäre es vielleicht nicht ideal, aber irgendwie ok und bei welchen wäre es egal, wenn du wirklich ehrlich zu dir selber bist?


Du wirst sehen, plötzlich ist nicht mehr alles gleich wichtig.

Manchmal ist es eher einfach:

Wäsche bügeln oder das lang ersehnte Treffen mit Freuden?

Dann geht es morgen halt etwas zerknittert ist Büro.


Manchmal ist es schwieriger und es gibt keine universelle, richtige Lösung:

Den kranken Teenager alleine zuhause lassen oder den wichtigen Termin absagen?

Beides blöd und beides sorgt für ein schlechtes Gewissen. Aber nur du kannst beurteilen, was die wirklichen Konsequenzen sein würden und ob es nicht noch Plan B gibt.

Wenn also alles wichtig scheint: Überlege dir, ob wirklich etwas Schlimmes passieren würde, wenn du dich für die eine oder die andere Möglichkeit entscheidest.


 

Immer Stress im Alltag durch zu viele wichtige und dringende Aufgaben

Falls bei dir immer alles wichtig ist – es ist 18 Uhr, du musst noch Abendessen machen, mit dem Hund raus, mit dem einen Kind für die Klassenarbeit lernen, das andere Kind vom Sport abholen, bei den Schwiegereltern nach dem Rechten sehen, einkaufen, duschen, deine Übungen gegen Rückenschmerzen machen und endlich die überfälligen Rechnungen bezahlen – dann muss ich dir leider sagen:

Du kannst dich nicht aus einer ausweglosen Situation raus organisieren.

Es ist schwierig schmerzhaft und mit einem schlechten Gewissen verbunden (und oft teuer), aber auch in so einem Fall müssen Prioritäten sein.

Weil du nicht auf Dauer über deine Kräfte hinweg leben kannst, bist du die Priorität. Denn wenn aus den Rückenschmerzen ein Bandscheibenvorfall geworden ist, bist du in Zwangspause und wenn du das mit Rückenübungen verhindern kannst, dann haben die Priorität.


Für alles andere gibt es zwei Optionen (die auch zusammen funktionieren):

Die Dinge vereinfachen oder Unterstützung holen. Das geht von einfachen Lösungen – heute gibt es Tiefkühlpizza – bis hin zu sehr, sehr schwierigen Entscheidungen, wie der, dass du es einfach nicht mehr schaffst, die Schwiegereltern zu versorgen.

Und dazwischen gibt es ganz viele Möglichkeiten:

Aufgaben an Familienangehörige abgeben (Essen machen, Rechnungen zahlen, einkaufen), sich gegenseitig helfen (mit Nachbarn abwechselnd Gassi gehen oder Fahrgemeinschaften für die Kinder) oder auch durch bezahlte Unterstützung (Nachhilfe, Pflegedienst, Hundesitter).

 

Mit wenig Aufwand viel erreichen - Das Pareto-Prinzip  - Deine klare Linie

Mit wenig Aufwand viel erreichen - das Pareto-Prinzip

Du kannst aber nicht nur entscheiden, was besonders wichtig ist, sondern auch, was besonders effektiv ist. Als wie du mit wenig Einsatz viel erreichen kannst.

Das ist das Pareto-Prinzip.

Es sagt, dass man 80% der Ergebnisse mit 20% des Aufwands erreichen kann (und umgekehrt 80% Aufwand braucht, um das schon sehr gute 80% Ergebnis auf 100% zu bringen – die große Falle für alle, die perfektionistisch veranlagt sind).

Was heißt das für dich?

Wenn du wenig Zeit oder Energie zur Verfügung hast, konzentriere dich auf das, was möglichst viel bringt.


Überall ist Chaos?

Wenn überall Chaos ist, räume so auf, dass es den schnellsten Effekt hat:

Müll wegschmeißen, große Teile wegräumen, kleine Teile in Behältern optisch zusammen fassen und so die Oberflächen (Tische, Ablagen, Arbeitsplatten und Fußböden) frei machen.

Das sorgt nicht für perfekte Ordnung, aber reicht, um erst mal wieder durchatmen zu können.


Alle wollen was von dir?

Wenn alle an dir ziehen erreichst du mit wenigen Minuten konzentrierter Aufmerksamkeit oft mehr, als mit stundenlangem „anwesend, aber nicht wirklich da sein“.

Wirklich mitmachen beim Spiel der Kinder, mit echtem Interesse ein Gespräch führen, Verständnis zeigen, gemeinsam nach Lösungen suchen – indem du anderen Menschen für eine begrenzte Zeit absolute Priorität gibst, kannst du bei anderen viel bewirken und darfst dich dann auch wieder deinen anderen Aufgaben zuwenden.

Auch das ist keine perfekte Lösung für immer – aber in Situationen in denen du nicht für alle so da sein kannst, bringt es allen mehr Zufriedenheit.


Die Aufgaben hören nie auf?

Auch bei einer nie endenden Aufgabenliste ist bei jeder Aufgabe irgendwann der Punkt erreicht, an dem das Ergebnis gut genug ist.

Sicher, du kannst noch weiter nach einem Geschenk suchen, dass noch besser ist.

Oder 30 Minuten googlen um ein paar Euro zu sparen.

Oder auch die Unterwäsche bügeln.

Oder die Schulbrote liebevoll dekorieren.


Du kannst aber auch sagen:

Ich habe ein gutes Geschenk gefunden, meine Zeit ist mehr wert als die paar Euro, die Hemden und Blusen zu bügeln reicht aus und Hauptsache, die Kinder haben genug zu Essen dabei.

Aufzuhören, wenn das Ergebnis gut genug ist, ist auch das Pareto-Prinzip.


Jetzt etwas priorisieren, um die Zukunft einfacher zu machen

Prioritäten können noch etwas sein: Nämlich jetzt etwas zu tun, was dir in Zukunft das Leben besser oder einfacher macht.

Quasi eine Investition in deine Zukunft.


Im Großen kann das heißen, dich um deine Gesundheit zu kümmern, damit du auch in vielen Jahren noch all das machen kannst, was dir wichtig ist. Deswegen sollten du selber und deine Bedürfnisse beim Priorisieren auch nicht dauerhaft den Kürzeren ziehen (schau hierzu auch den Exkurs im Kasten an).


Im Kleinen kann das heißen: Ich bestimme einen festen Platz für den Schlüsselbund damit ich in Zukunft nicht mehr jeden morgen hektisch auf die Suche gehen muss.

Bei uns ist das übrigens in der Küche weil ich normalerweise die Taschen und Tüten, die Post und alles andere auf der Arbeitsplatte ablege, wenn ich nach Hause komme. Dann zurück zur Tür zu gehen um dort ein Schlüsselbrett zu benutzen, wäre mir zu weit.


Und dazwischen könnte es zum Beispiel heißen, dir jetzt ein paar Stunden zu nehmen um ein künftiges Ereignis zu planen (eine Feier, einen Urlaub). Mit einer Übersicht, was zu tun ist und wann es zu tun ist, sparst du die Zeit, welche die Planung gekostet hat, später garantiert ein. So führt mehr Planung für weniger Stress im Alltag.


Während ich geschrieben habe, hat mich übrigens mein ziemlich unaufgeräumter Nähtisch mehrmals vorwurfsvoll angeschaut.

Ich habe aber entschieden, erst den Beitrag fertig zu schreiben und mich nicht von den UFOs (UnFertigeObjekte – wer ein kreatives Hobby hat, kennt das bestimmt) ablenken zu lassen.


Prioritäten halt.

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