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Papierstapel überall: Endlich Papierkram organisieren

  • 5. Juni 2023
  • 7 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 13. Feb.

Papierstapel überall: Endlich Papierkram organisieren - Deine klare Linie

Darf ich dir was verraten?

Wenn ich in ein fremdes Haus komme, schaue ich immer, ob es ihn gibt:

Den wilden Stapel aus geöffneten (oder ungeöffneten) Briefen, Prospekten, Kinderbildern und allem anderen, was so aus Papier anfällt.

Oft liegt er auf dem Küchentisch oder der Arbeitsplatte und ist gerne auch mal etliche Zentimeter hoch (oder noch viel höher). Manchmal versteckt er sich hinter Vorhängen oder wurde schon auf mehrere Orte aufgeteilt: Einer in der Küche, einer im Flur, einer im Wohnzimmer.


Wenn ich diesen Stapel sehe, freue ich mich, aber nur ein bisschen, denn ich weiß, dass er sört und belastet. Ich weiß aber auch, dass wir ziemlich schnell dafür sorgen können, dass wir den Papierkram organisieren, aus diesem Stapel eine geordnete Ablage wird und meine Kunden nicht nur ein Erfolgserlebnis haben, sondern sich auch in Zukunft viel Stress ersparen.


Papiere überall

Aber wo kommt das ganze Papier eigentlich her?

Vor allem aus dem Briefkasten (Zeitungen, Prospekte, Briefe), aus deinen Taschen (Kassenzettel, gekaufte Zeitschriften, mitgenommene Prospekte), aus gekauften Dingen (Gebrauchsanweisungen, Beipackzettel, Rechnungen) und den Taschen der Kinder (Elternbriefe, selbst gemalte Kunstwerke).

Auf diesen Wegen werden die Sachen ins Haus getragen und landen dann, nach einem kurzen Blick darauf, schnell auf „dem Stapel“ mit der Absicht, sich später darum zu kümmern.

Dazu kommen noch selbst geschriebene Papiere: Notizen, Einkaufslisten, Ausgangspost für den Briefkasten.


Bestandsaufnahme im Papierstapel

Für mehr Ordnung und besseren Überblick ist es dein Ziel, die wilden Stapel in Zukunft nicht mehr entstehen zu lassen. Wenn du das schaffst - also alles, was in Zukunft ins Haus kommt besser organisieren - dann kannst du dich auch um die wilden Stapel der vergangenheit kümmern.

Um endlich ein besseres System zu finden, nimm dir eine Hand voll von deinen aktuellen Stapel und schau Blatt für Blatt, um was es bei den Sachen geht.


Wahrscheinlich wirst du feststellen, dass fast alles in eine dieser Kategorien gehört:


Anschauen und wegschmeißen:

Dabei geht es zum Beispiel um Werbebriefe und Prospekte, Grußkarten, die du nicht aufbewahren willst, aber auch um Zeitungen und Zeitschriften. Also alles, was du einmal anschaust oder liest, dann aber nicht aufbewahren möchtest.


Bearbeiten:

Das sind Papiere, um die du dich noch kümmern musst, wie Rechnungen, Einladungen, Elternbriefe.


Ablegen:

Hier geht es um Unterlagen, mit denen du (aktuell) nichts machen ist, die du aber aufbewahren willst. Sie lassen sich in zwei Kategorien unterteilen:

  • Informationen, die du regelmäßig benötigst, wie zum Beispiel akuelle Kataloge oder Flyer, Adresslisten, Kochrezepte oder Kalender. Sie sollten da aufbewahrt werden, wo du sie brauchst.

  • Unterlagen, die du „für den Fall“ aufbewahrst. Das ist eigentlich alles, was in Ordnern im Büro landet und von dem in der Regel fast nichts nochmal gebraucht wird. Dazu gehören auch Kinderkunstwerke oder besondere Briefe. Hier ist „der Fall“ dann Nostalgie.

Ich denke, 90% des Stapels fallen in eine der Kategorien.

Das ist doch schon mal gut, oder?


Die Reise der Papiere

Jedes Blatt Papier ist auf einer Reise: Sie beginnt, wenn das Blatt bedruckt oder beschrieben wird und führt dann – schnell und einfach oder über mehrere Stationen – durch dein Zuhause.

Für JEDES dieser Blätter endet die Reise entweder im Altpapier oder in der Ablage (und dann - eventuell erst viel, viel später - auch im Altpapier).

Dein Ziel ist es, für die Arten Papier, die bei dir vorkommen, eine Reiseroute festzulegen, der die Blätter fast automatisch folgen. Das ist nicht so kompliziert, wie es sich vielleicht anhört.


Aktuell landet bei dir vielleicht alles einfach auf dem Stapel, bis du nach der überfälligen Rechnung suchst oder dem wichtigen Formular. Es folgt eine panische Suche und hoffentlich tauchen die Blätter irgendwo in dem Stapel auf. Aber das soll anders werden.


Wie geht Papierkram organisieren also besser?

Für jede Kategorie legen wir die Stationen fest. An denen sammeln sich verschiedene Papiere gleicher Art, bis sie möglichst gemeinsam zur nächsten Station weiter wandern.

Damit diese Sammelorte gut sichtbar sind, brauchen sie einen physischen Ort – eine Schublade, eine Kiste, eine Pinnwand, einen Ordner oder einen anderen Behälter, der einen festen Platz in deiner Wohnung hat und eine Beschriftung, die zeigt, was an diesen Ort gehört.

Dann wandern die Papiere fast wie von selber von einer Station zur nächsten, ohne im Chaosstapel zu verschwinden. Und in Zukunft hast du das Gefühl, deine Papiere im Griff zu haben, anstatt sie dich .


Die erste Station

Die erste Station sollte dabei möglichst nah an der der Stelle sein, an der du die hereinkommenden Papiere sichtest. Vielleicht ist das im Flur, vielleicht im Arbeitszimmer, in ganz vielen Fällen ist es aber der Esstisch oder die Küche. Achte darauf, wo du die Post öffnest oder deine Handtasche ausräumst. Dort ist der richtige Platz, denn wenn diese erste Station am falschen Ort ist, wirst du sie nicht benutzen.


Hier entscheidest du für jedes Blatt, was damit passiert:


Anschauen und wegschmeißen

Was sofort weg kann, legst du auf einen Haufen und schmeißt es dann sofort in den Papiermüll. Dazu gehören auch Briefumschläge, Anschreiben ohne wichtige Informationen und in vielen Fällen auch „Beilagen“ wie Datenschutzerklärungen, Werbeblätter etc.


Papiere zum Ablegen

Für Papiere, die du aufbewahren möchtest, brauchst du in Griffweite zwei Ablagen:

  • Die erste ist für wichtige Post und Belege, die im Original oder digital abgelegt werden sollen. Nach einer Weile – entweder zu festen Terminen oder wenn diese Zwischenablage voll ist – erledigst du das. Es macht einerseits keinen Sinn, für jedes Blatt einzeln ins Büro zu laufen, auf der anderen Seite soll der Stapel auch nicht so dick werden, dass du schon beim Gedanken daran schlechte Laune kriegst. Es lohnt sich übrigens, eine Unterkategorie für die Steuer einzurichten. Hier sammelst imLaufe des Jahres alles, was für die nächste Steuererklärung gebraucht wird.

  • Die zweite Ablage ist für die Dinge, die du regelmäßig nochmal anschaust, wie Adresslisten, Kataloge, Stundenpläne, Zugangsdaten. Auch diese Ablage sollte leicht zu erreichen sein und kann auch die Form einer Pinnwand haben. Alle paar Monate schaust du nach, was nicht mehr benötigt wird und sortierst das aus.

  • Falls bei dir Kinderkunstwerke anfallen, kannst du noch eine Ablage dazu stellen. Wenn die voll ist, schaut ihr gemeinsam nach, was dann noch so wichtig ist, dass es aufbewahrt werden soll. Das wandert dann in eine Bildermappe.


Lesestoff

Dann gibt es noch die Unterlagen, die du in Ruhe anschauen willst, bevor sie ins Altpapier oder in die Ablage kommen – Zeitungen und Zeitschriften, persönliche Briefe oder auch Kataloge gehören dazu. Hierfür kannst du eine Kiste oder einen Korb dort hinstellen, wo du gerne liest. Wichtig ist, das das kein Dauerlager wird, sondern nur für das gedacht, was du in den nächsten Tagen oder Wochen tatsächlich lesen wirst. Was du dann tatsächlich noch behalten willst, gehört an einen anderen festen Platz: Eine Kiste für Briefe, Stehsammler für Zeitschriften usw.


Papiere zum Bearbeiten

Für Dinge, um die du dich noch kümmern musst, gibt es eine separate Sammelstelle. Entweder ein weiteres Fach in deiner Ablage-Sammelstelle oder auch offen an einer Pinnwand, vor allem wenn du Angst hast, sonst etwaas Wichtiges zu vergessen. Entscheidend ist nur, dass es ein fester, begrenzter Platz ist, der idealerweise mit „To do“ oder „Wichtig“ beschriftet ist und nicht einfach ein Stapel auf dem Esstisch.

Hilfreich kann auch ein fester Termin sein, an dem du dich um die To Do's kümmerst, zum Beispiel einmal pro Woche, inkl. Erinnerung im Handy.

Wenn das Bearbeiten nur daraus besteht, etwas zu Unterschreiben oder ähnlich schnell geht, kannst du es natürlich sofort erledigen. Ein regelmäßiger Termin spart dir insgesamt aber Zeit weil du konzentrierter daran arbeitest und die Aufgaben zusammenfasst, z.B. alles, was im Online-Banking erledigt werden muss. Anschließend wandern die bearbeiteten Papiere ins Altpapier oder in die Zwischenablage, wo sie mit den anderen Papieren darauf warten, endgültig abgelegt zu werden.


Postausgang

Mit den Papieren zur Bearbeitung hängt auch der „Postausgang“ zusammen. Dabei geht es um Briefe für die Post, aber auch um Ranzenpost der Kinder, Rezepte für die Apotheke und alle anderen Papiere, die das Haus verlassen müssen. Räume sie am Besten sofort in den Ranzen oder in deine Handtasche oder lagere sie gut sichbar bei der Haustür


Welche Papier-Sammelstellen du brauchst

Das heißt in Kurzform:

Dort wo die Papiere ins Haus kommen, sortierst du sie für ihren weiteren Weg.


In unmittelbarer Nähe solltest du folgende Ablagen haben:

  • eine für Unterlagen, die du immer wieder brauchst

  • eine Zwischenablage für Sachen zum abheften mit einem Extrafach für die Steuer

  • ggf. eine für Kinderbilder

  • eine für Unterlagen, die noch bearbeitet werden müssen und

  • ein Postausgang.


Dazu kommt noch ein Ort für deinen Lesestoff und natürlich die eigentliche Ablage.


Wo und wie du Papiere sammelst

In der Küche können diese Sammelstellen das z.B. Stehsammler oder Ablagefächer in einem Küchenschrank sein oder Mappen in einer Schublade. Du kannst auch Hängefächer oder eine Pinnwand an der Wand oder dem Kühlschrank befestigen oder Körbe in ein Regal stellen.

Wichtig ist vor allem, dass diese Ablagen schnell und einfach zu erreichen sind, sonst wirst du sie nicht nutzen (denn wenn es für dich leicht wäre, alles schnell wegzuräumen, hättest du keinen Stapel!).

Beschrifte dann jedes Fach, damit klar ist, was hinein gehört.

Lesestoff gehört dorthin, wo du ihn liest und Altpapier in den Papiermüll.

Dokumente, die du vorher schreddern willst, kommen beim Papiermüll in eine Extra-Tüte. Ist die voll, schmeißt du den Schredder an. Alternativ gibt es auch so genannte Datenschutz-Stempel, mit denen du persönliche Daten unkenntlich machen kannst. Leg den direkt zum Posteingang, so dass du ihn schnell und einfach nutzen kannst.

Digitaler Posteingang

Apropos Posteingang: Im Wesentlichen gilt das, was ich hier für Papiere beschrieben habe, auch für den digitalen Posteingang. Du löscht, was du nicht brauchst und für den Rest legst du Unterordner an. So behältst du auch dort die Übersicht.


Du musst übrigens nicht jedes Blatt sofort sortieren, es darf auch mal etwas liegen bleiben. Einmal am Tag solltest du aber dafür sorgen, dass „der Stapel“ keine Chance hat. Denn wenn er einmal da ist, fängt er quasi von alleine an, immer weiter zu wachsen und dich am Ende wieder zu überfordern.


Was meinst du, wenn ich dich mal besuchen komme, zeigst du mir stolz deine Sammelstellen anstatt einen ungeordneten Papierhaufen?



Dieser Beitrag wurde zuletzt am 13.02.2026 überarbeitet.

1 Kommentar


Gast
12. Juli 2024

Wow - endlich mal eine logisches Ablagesystem! Ich musste sehr schmunzeln als ich den Beitrag gerade gelesen habe! Ich habe schon so viel recherchiert und ausprobiert und bin einfach nur kläglich gescheitert. Dieses Papier Problem hat mich fast wahnsinnig gemacht! Ich werde nun mit sehr grosser Freude und Spannungen dieses System ausprobieren und bin mir diesesMal absolut sicher dass das System nun endlich mein Papier Problem lösen wird! Danke vielmals!

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