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Wie du Aussortiertes sinnvoll loswirst

„Ausmisten ist nicht der schwierige Teil, ich weiß ja, dass die Sachen weg können. Aber wohin damit? Ich kann doch nicht einfach alles wegschmeißen.“

Bild Blogbeitrag Aussortiertes sinnvoll loswerden

Kennst du diese Gedanken? Dann geht es dir wie ganz, ganz vielen Menschen.

Es ist ein ganz großes Hindernis, um mit dem Aussortieren zu beginnen.


Verständlicherweise möchtest du die Sachen nicht einfach wegschmeißen. Schließlich haben sie Geld gekostet und es wurden Ressourcen verbraucht, um sie herzustellen. Wenn sie noch nutzbar sind, möchtest du idealerweise noch ein paar Euro dafür bekommen oder zumindest, dass sie jemand bekommt, der sie brauchen kann.

Das ist ein sehr richtiger und lobenswerter Ansatz, aber auch einer, der dich möglicherweise so sehr blockiert, dass du nichts tust.


Zuerst eine harte Wahrheit:

Alle Dinge, die du besitzt aber nicht brauchst oder nutzt sind (zumindest für dich) schon Müll.


Anstatt sie zu entsorgen, benutzt du deine Wohnung als Abfalllager. Das verschiebt die Entsorgung aber nur auf später.

In der Zwischenzeit blockierst du damit dein Zuhause und verschwendest weitere Ressourcen für die Lagerung und Pflege der Sachen (lies dazu auch den Beitrag „Sechs Gründe, warum ausmisten sich lohnt“).

Gleichzeitig verhinderst du, dass andere Menschen die Sachen jetzt nutzen können.

Und ziemlich sicher werden sie mit der Zeit nicht besser, sondern veralten, vertrocknen oder kommen aus der Mode. Und dann sind sie wirklich Müll, nicht nur für dich, sondern für alle.

Und wenn du sie aufbewahrst weil du denkst, du brauchst sie vielleicht irgendwann? Dann nutzt du dein Zuhause als Warenhaus für Sachen die du wahrscheinlich vergessen hast oder nicht findest, wenn du sie tatsächlich brauchst (und dann doch neu kaufst).


Es ist kein schöner Gedanke sich einzugestehen, dass die überflüssigen Dinge in deinem Zuhause schon jetzt Abfall sind oder mit der Zeit zu Abfall werden.

Daraus kann aber eine gute Erkenntnis werden: Fast alles, was du jetzt damit machen kannst, besser ist als der aktuelle Zustand.


Was kannst du also tun?


Ressourcen sinnvoll nutzen

Dinge weiterzugeben anstatt alles neu zu kaufen ist ein wichtiger Ansatz, um Ressourcen zu schonen, das weißt du bestimmt.

Neben den Ressourcen, die für die Herstellung verwendet werden gibt es aber noch eine andere wichtige Art von Ressourcen: Nämlich deine eigenen.

Jeder von uns hat nur eine begrenzte Menge an Zeit und Kraft und die wird von vielen Seiten beansprucht. Niemand in allen Bereichen gleichzeitig top Leistungen bringen. Deswegen ist es wichtig, dir darüber klar zu werden:

  • Was möchte ich erreichen?

  • Wie viel Zeit und Kraft habe ich?

  • Passt das zusammen? Wo muss ich meine Ansprüche verringern?

Das kann dann auch bedeuten, dass du Dinge einfach wegschmeißt.

Ich sehe das bei vielen Kunden: Zunähst soll für jedes Teil der optimale neue Besitzer gefunden werden. Dadurch geht das Ausmisten langsam voran und nimmt viel Kraft in Anspruch. Irgendwann ist der Frust darüber so groß, dass entweder nichts mehr passiert, oder aber die Entscheidung fällt, dass einfach alles weg kommt.

Über das Dilemma, nicht jedem Teil die Aufmerksamkeit zu geben, die es verdient, habe ich den Beitrag: „Warum mehr Sachen weniger Wert sind“ geschrieben.

Wenn du in dieser Situation bist, kann es die beste Nutzung deiner Ressourcen sein. Und das ist in Ordnung. Die Sachen schnell loszuwerden kann dich so befreien, dass du plötzlich zu vielen anderen Veränderungen bereit sind, die nicht nur gut für dich sind, sondern auch für die Umwelt. Denn das schlechte Gewissen führt hoffentlich dazu, dass du in Zukunft bewusster einkaufst und so weniger Überflüssiges mit nach Hause bringst.

Zusätzlich kannst du natürlich noch eine Geldspende an eine Umweltorganisation machen.


Aussortierte Sachen verkaufen, verschenken oder entsorgen? Deine klare Linie

Aussortiertes verkaufen, spenden oder recyceln?


Verkaufen

Ich empfehle, nur sehr dosiert zu verkaufen.

Erstens ist es ein verhältnismäßig großer Aufwand: Fotos machen, das Teil möglichst gut beschreiben, mit Interessenten kommunizieren, Termine machen (die dann doch nicht eingehalten werden) oder die Sachen verpacken und zur Post bringen.

Zweitens sind die Dinge oft weniger wert, als wir uns erhoffen.

Dazu gibt es sogar Studien: Dinge, die man schon besitzt schätzt man als wertvoller ein, als wenn man sie kaufen müsste. Zu erfahren, dass jahrelang gehütete Schätze nichts mehr einbringen, kann ganz schön demotivieren. Anstatt sich dann noch zu ärgern, weil Interessenten um den letzten Euro feilschen finde ich es ein besseres Gefühl, solche Dinge einfach zu verschenken.

Natürlich gibt es auch gebrauchte Artikel, die zu sehr hohen Preisen über Spezialhändler verkauft werden. Darum geht es hier nicht, sondern um die ganz normalen Allltagsdinge.


Überlege dir also genau, für welchen Mindestbetrag du den Aufwand des Verkaufens auf dich nehmen möchtest. Ob das fünf oder 50 Euro pro Artikel sind, kannst nur du entscheiden.

Eine kurze Suche auf Verkaufsplattformen gibt die eine Idee zu möglichen Preisen (aber Vorsicht: Du siehst die Angebotspreise - das heißt nicht, dass die Dinge auch für diesen Preis verkauf wurden).


Wenn du Zeit hast, dich zu kümmern, stelle ruhig so viele Dinge wie möglich ein. Indem du die Fotos und Beschreibungen in einem Rutsch machst, sparst du insgesamt Zeit. Rechne aber damit, in den nächsten Tagen viele Nachrichten zu beantworten und Abholtermine zu koordinieren.


Wenn der Verkauf eher nebenher laufen soll, beschränke dich auf max. 10 Artikel gleichzeitig.


Setze dir in jedem Fall einen Termin, wann du die Anzeige löscht und die Sachen verschenkst oder wegwirfst. Dein Ziel ist das Aussortieren. Die Dinge zeitnah aus dem Haus zu bekommen ist dafür ein ganz wichtiger Erfolgsfaktor und im Zweifelsfall wichtiger, als monatelang auf den passenden Käufer zu warten.

Das gleiche gilt auch, wenn dir das Verkaufen doch zu anstrengend wird. Du darfst die Anzeigen jederzeit löschen und einen Weg suchen, der für dich einfacher ist.


Wenn dir Bequemlichkeit wichtiger ist als der Preis, kannst du auch Ankaufplattformen nutzen. Dort bekommst du zwar meistens nur geringe Beträge, dafür musst du nur ein Paket packen und wirst hoffentlich alles auf einen Schlag los.

Eine weitere Möglichkeit sind Flohmärkte. Hier kannst du auch in kurzer Zeit viel loswerden. Da die Käufer auf der Suche nach Schnäppchen sind und die Konkurrenz groß ist, werden die Erlöse pro Teil gering sein.


Spenden

Wenn du mit deinen aussortieren Dingen Gutes tun willst, kannst du sie natürlich spenden.

Organisationen wie das Rote Kreuz, Kleiderkammern, Kirchen oder Tafeln sind nur ein paar Beispiele für Orte, die Spenden annehmen. Internetsuchen mit „xxx (deine Dinge) spenden in xxx (deine Stadt)“ zeigen dir Möglichkeiten vor Ort.

Bevor du eine Sachspende machst, frag unbedingt nach, was tatsächlich gebraucht wird!

Überlege auch, wie es sich anfühlen würde, die Sachen direkt einer bedürftigen Person zu übergeben. Fühlst du dich bei dem Gedanken unwohl, ist das Teil vielleicht zu kaputt oder unmodern um es zu spenden. Auch Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, verdienen gute Dinge.

Wenn du Dinge spendest, die nicht nicht gebraucht werden oder kaputt sind, entstehen Kosten und Zeitaufwand für die Organisation, der du eigentlich helfen wolltest.


Frag ruhig auch nach, was mit den Dingen passiert.

Werden sie lokal weitergegeben bzw. verkauft?

Das ist besser, als sie mit hohem Energieaufwand in andere Länder zu exportieren, wo sie zu Niedrigpreisen verkauft werden und lokalen Herstellern das Leben schwer machen.

Werden die Sachen Sachen vor Ort nicht gebraucht oder möchtest du Organisationen unterstützen, die weit weg sind, kannst du die Dinge natürlich auch verkaufen und den Erlös spenden.


Verschenken

Eine andere Form der Spende ist das Verschenken.

Wenn du denkst, dass Freunde, Verwandte oder Nachbarn Interesse an etwas haben könnten, frag sie einfach. Achte aber darauf, keinen Druck aufzubauen. Es soll sich niemand verpflichtet fühlen, dir die Sachen abzunehmen um dann selber nicht zu wissen, wohin damit.

Verschenken geht auch über Kleinanzeigenportale. Hier findest du oft noch Abnehmer für Dinge, die zu alt oder geringwertig für Verkauf oder Spende sind. Da in dem Fall die Abnehmer selbst entscheiden, ob sie etwas haben möchten, entsteht nicht das Dilemma, „zu schlechte“ Dinge zu spenden.

Beim Verschenken über Kleinanzeigen kannst du dir das Leben etwas leichter machen als beim Verkauf, indem du zum Beispiel bestimmte Zeiten zur Abholung vorgibst oder die Sachen zur freien Abholung auf deinem Grundstück hinterlegst.

Bücher oder ungeöffnete Lebensmittel kannst du in vielen Orten in öffentliche Schränke stellen, aus denen jeder sich nehmen kann, was er braucht. Die Stichworte hierfür sind Bücherschrank und Foodsharing.

Je nach deinem Wohnort ist es auch möglich, Dinge einfach vor die Tür zu stellen, damit Passanten sie mitnehmen können. Achte dabei auf jeden Fall darauf, dass keine Wege blockiert werden oder Stolperfallen entstehen. Sieh auch täglich nach deinen Sachen, nicht dass eine wilde Müllkippe daraus wird. Und nimm nach ein paar Tagen die Reste wieder mit.


Recycling

Für alles, was du auf diese Wege nicht loswirst, bleiben Recycling und Entsorgung.

Frage bei deinem Wertstoffhof, was du zum Recycling abgeben kannst, z.B. Elektrogeräte, Holz, Metall oder Textilien. Jede Gemeinde entscheidet dabei anders, was kostenlos abgegeben werden kann und wofür Gebühren anfallen. Es gilt aber immer: Je besser die Dinge sortierst sind, umso einfacher und günstiger ist die Entsorgung und umso besser funktioniert das Recycling.

Wenn durch das Ausmisten kurzzeitig mehr Restmüll anfällt, kann man an vielen Orten eine zusätzliche Leerung der Restmülltonne beauftragen oder offizielle Abfallsäcke kaufen, die am Abholtag neben die Tonne gestellt werden.


Schritt für Schritt zum Ausmist-Erfolg - Deine klare Linie

Plane die Ausmist-Aktion

Egal was du tust, mach dir einen Plan. so kommst du Schritt für Schritt zum Ausmist-Erfolg.


Finde dein Ziel

  • Willst oder musst du Dinge schnell loswerden?

  • Ist dir jeder Euro wichtig, den du noch bekommst?

  • Wo liegt deine Untergrenze für den Verkauf?

  • Oder geht es dir vor allem darum, Abfall zu vermeiden?

  • Wie viel Zeit und Energie hast du, um dich um die Sachen zu kümmern.

Dein Ziel bestimmt, ob du dich auf Verkaufen, Verschenken oder Entsorgen konzentrierst.


Sammle Informationen

  • Suche die Adressen und Öffnungszeiten von Spendenorganisationen und frage nach, was du spenden kannst.

  • Ruf beim Wertstoffhof an und erkundige dich nach den Öffnungszeiten und Preisen.

  • Melde einen Stand für einen Flohmarkt an (falls du auf dem Flohmarkt verkaufen willst).

  • Registriere dich bei Kleinanzeigenportale oder Nachbarschafts-Apps.

  • Überlege ob du jemanden kennst, der Interesse an geschenkten Sachen haben könnte.

Plane den Transport

  • Kannst du auf dem Weg zur Arbeit eine Kofferraumladung zum Wertstoffhof bringen oder kommst du bei der Post vorbei, um Verkauftes abzuschicken? Dann packe die Sachen am Vorabend ins Auto.

  • Wenn viel anfällt oder du kein Auto hast: Kannst du jemanden mit Auto oder Transporter um Hilfe bitten?

Wenn du weißt, wo und wie du die Sachen loswirst, ist ein großer Schritt getan.


Bereite dich vor

  • Besorge Abfallsäcke und ein paar Kartons zum sortieren.

  • Schaffe ein kleines Zwischenlager. Es sollte nicht größer sein, als die Menge, die du in einer Fuhre – egal ob mit dem Rad oder mit dem Auto) aus dem Haus bekommst.

  • Während du die Dinge ausräumst, sortierst du direkt nach Verkaufen, Verschenken oder Entsorgen.

  • Müll trennst du ebenfalls sofort in Papier, Glas, Elektro etc.

  • Für Verkaufsartikel brauchst du Putzmittel, Lappen, Kamera und möglichst gute Beleuchtung, um die Dinge in Szene zu setzen. Ein Maßband für die korrekte Beschreibung ist auch hilfreich.


Such dir Hilfe

  • Such dir wenn möglich mindestens eine zweite Person, die dich motiviert, bei schwierigen Entscheidungen unterstützt oder tragen hilft. So geht es schneller und einfacher und du gibst nicht so leicht auf.

  • Falls du das Ausmisten lieber alleine erledigen möchtest, kann dich vielleicht jemand beim Verlauf oder den Fahrten zum Wertstoffhof unterstützen.


Nimm dir Zeit

  • Notiere konkrete Termine in deinem Kalender. So ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass du tatsächlich loslegst.

  • Mehr als zwei bis drei Stunden pro Termin solltest du dir nicht vornehmen, denn aussortieren ist mental und körperlich anstrengend.

  • Plane auch die Zeit ein, die du brauchst um die Sachen aus dem Haus zu bekommen.

Falls du frustriert bist, dass es nicht schnell genug voran geht, denk daran, dass die Dinge nicht über Nacht bei dir gelandet sind.


Also:

Es gibt eine Menge Möglichkeiten für aussortierte Dinge.

Je klarer du dir über deine Ziele bist und je besser du die praktische Umsetzung geplant hast, umso leichter wird dir auch das Ausmisten von der Hand gehen.



Dieser Beitrag wurde zuletzt am 12.02.2024 überarbeitet.

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Ich bin Anna-Lena, deine Ordnungs-expertin aus Kassel.

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