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Sieben Gründe für Chaos und Unzufriedenheit


Sieben Gründe für Chaos und Unzufriedenheit  - Deine klare Linie

Ordnungsbücher zu lesen gehört für mich als Ordnungsexpertin natürlich zu meinen Arbeitsaufgaben.

Da ich außerdem sehr gerne lese, freut mich das besonders.

Neulich habe ich dabei ein Buch entdeckt, in dem es um sieben emotionale Blockaden beim Aussortieren geht (Making Space, Clutter Free von Tracy McCubbin – nur auf Englisch erhältlich).


Die sieben Blockaden sind:

  • Meine Sachen halten mich in der Vergangenheit gefangen

  • Meine Sachen sagen mir, wer ich bin

  • Die Sachen, die ich vermeide

  • Meine Fantasie-Sachen für mein Fantasie-Leben

  • Ich bin die guten Sachen nicht wert

  • Gefangen zwischen den Sachen anderer Leute

  • Die Sachen, für dich ich immer noch bezahle


Ich kenne diese Blockaden aus dem Arbeitsalltag, aber ein paar hat sie so formuliert, wie ich es bisher noch nicht gesehen habe. Deswegen möchte ich sie hier mit dir teilen.

Es geht dabei weniger um das tägliche Chaos, dass das Leben so mit sich bringt und auch nicht um Dinge, die du regelmäßig nutzt, sondern besonders um Situationen, in denen du an Sachen festhältst, obwohl sie dich und deinen Alltag belasten.


Chaos-Grund 1: Meine Sachen halten mich in der Vergangenheit gefangen

Diese Blockade entsteht, wenn Menschen an Gegenständen festhalten, die mit ihrer Vergangenheit verbunden sind. Diese Dinge können Erinnerungen an bessere Zeiten sein oder zu vergangenen Lebensphasen gehören.


Beispiele hierfür sind:

  • Ausrüstung für Hobbies, die du nicht mehr ausübst

  • Kisten voll mit Dingen aus deiner Kindheit.


Das Problem ist hier, dass diese Sachen nicht nur Erinnerungsstücke sind, sondern dich in der Vergangenheit festhalten können und so verhindern, dass du im Hier und Jetzt lebst. Sie nehmen den Raum ein, der eigentlich für die Dinge da sein sollte, die du jetzt brauchst und nutzt und die für dein jetziges Leben wichtig sind. Außerdem ist der ständige Anblick von Dingen, die mal wichtig für dich waren, emotional belastend.


Was du tun kannst:

Frage dich, welchen positiven Beitrag die Dinge für dein jetziges Leben haben. Keinen? Dann trenne dich bis auf wenige besondere Stücke davon und mach Raum für das, was dir heute Freude macht. Du kannst auch Fotos machen und ein Album zusammenstellen für Tage, an denen du dich nostalgisch fühlst.


Sagen deine Sachen dir, wer du bist? - Deine klare Linie

Chaos-Grund 2: Meine Sachen sagen mir, wer ich bin

Menschen, die unter dieser Blockade leiden, glauben, dass ihre Besitztümer ihre Identität und ihren Wert definieren. Sie neigen dazu, Dinge zu sammeln, die sie als Teil ihres Selbstbildes sehen. Manchmal geht es dabei darum, nach außen als erfolgreicher oder wohlhabender dazustehen, aber diese Blockade passiert auch, ohne das es ums Angeben geht.


Beispiele hierfür sind:

  • Bücher, die man nie liest, aber aufbewahrt um als belesen zu gelten.

  • Unzählige Bastelsachen, obwohl du eigentlich nicht gerne bastelst, um als engagierte Mutter gesehen zu werden.


Das Problem ist hier, dass du natürlich nicht zu diesem Menschen wirst, nur weil du das „Zubehör“ dafür ansammelst.

Stattdessen können zwei Sachen passieren: Du verhältst dich so, wie deine Sachen es von dir verlangen und wirst unzufrieden, weil du Dinge tust, die dir eigentlich nicht wichtig sind und auch keinen Spaß machen. Oder du verhältst dich nicht so und fühlst dich schlecht, weil du so viel Raum und Geld in Sachen gesteckt hast, die dich jetzt vorwurfsvoll anschauen, weil du nichts mit ihnen machst und außerdem im Weg rumstehen.

Und während du dich auf die eine oder andere Art schlecht fühlst, hast du keine Möglichkeit herauszufinden, wer du wirklich bist.


Was du tun kannst:

Versuche herauszufinden, was du eigentlich willst und verabschiede dich von den Dinge, die eigentlich nur als Kulisse dienen für den Anschein, den du bewahrt hast.


Chaos-Grund 3: Die Sachen, die ich vermeide

Diese Blockade bezieht sich auf Gegenstände, die Menschen behalten, weil sie sich der emotionalen oder praktischen Herausforderung, die damit verbunden ist, nicht stellen wollen.


Beispiele hierfür sind:

  • unbeantwortete Post

  • Papierstapel überall

  • unvollendete Projekte.


Diese Sachen erinnern dich ständig daran, dass du schon wieder nicht alles geschafft hast und stressen dich so umso mehr. Außerdem sorgen sie natürlich für Chaos und evtl. für negative Folgen – gerade wenn es um Papierkram geht.


Das kannst du tun:

Es gibt hier keine magische Lösung. Frage dich, warum du diese Sachen immer weiter vor dir herschiebst und versuche einen Weg zu finden, sie angenehmer oder einfacher zu machen. Und am Ende ist es besser, sie ok zu erledigen, als für immer darauf zu warten, sie perfekt zu erledigen.


Chaos-Grund 4: Meine Fantasie-Sachen für mein Fantasie-Leben

Diese Blockade bezieht sich auf Gegenstände, die Menschen aufbewahren, weil sie hoffen, dass sie irgendwann das Leben führen werden, das zu diesen Gegenständen passt.


Beispiele hierfür sind:

  • Ausrüstung für Hobbies, die du gerne haben würdest

  • Kleidung für Anlässe, die du gerne haben möchtest


Im Unterschied zu Blockade 2 geht es hier nicht darum, wie du nach außen aussiehst, sondern wie du dich nach innen fühlst. Die Folgen sind aber ähnlich: Die Sachen blockieren Platz für Dinge, die du wirklich nutzt, sie führen zu Frust weil du deinen eigenen Erwartungen nicht entsprichst und sie halten dich davon ab, dein Leben jetzt zu leben.


Was du tun kannst:

Diese Sachen repräsentieren Träume, die du natürlich haben darfst. Wenn du die Sachen weggibst, musst du den Traum nicht aufgeben. Im Gegenteil, du gewinnst wieder die Kontrolle über deine Träume anstatt sie von Dingen bestimmen zu lassen.


Chaos-Grund 5: Ich bin die guten Sachen nicht wert

Diese Blockade tritt auf, wenn Menschen das Gefühl haben, dass sie es nicht verdienen, hochwertige oder schöne Dinge zu nutzen, obwohl sie sie besitzen. Sie halten an minderwertigen oder kaputten Gegenständen fest, während die guten, neuen Sachen ungenutzt die Schränke blockieren.


Beispiele:

  • neue Bettwäsche liegt jahrelang im Schrank, aber die alte, abgenutzte wird weiter verwendet

  • Kosmetik, Parfüm oder besondere Lebensmittel werden schlecht, weil nie die perfekte Gelegenheit kommt, um sie zu nutzen


Wenn du so mit deinen Sachen umgehst, sorgst du nicht nur für Unordnung weil du viel zu viele Sachen hast, sondern riskierst auch, dass die neuen Sachen veralten oder kaputt gehen, während sie auf ihren Einsatz warten. Gleichzeitig verbringt du deinen Alltag mit alten Dinge, für die du eigentlich schon Ersatz besorgt hattest.


Was du tun kannst:

Mach dir klar, dass du die neuen Dinge schon zu Hause hast und gekauft hast, um sie zu nutzen! Für die Zukunft kannst du die dir Regel geben, das alte Teil sofort zu entsorgen, wenn du etwas Neues angeschafft hast. Und was die „guten“ Sachen angeht: Wenn sie schlecht werden hat niemand etwas davon. Stattdessen darfst du mit der guten Bodylotion aus einem normalen Dienstagmorgen etwas besonderes machen.


Aussortieren ohne Blockaden - Dein klare Linie

Chaos-Grund 6: Gefangen zwischen den Sachen anderer Leute

Diese Blockade betrifft Menschen, die an Dingen festhalten, die sie von geliebten Menschen geerbt haben. Sie fühlen sich schuldig oder respektlos, wenn sie diese Dinge loslassen, auch wenn sie sie nicht mögen oder brauchen.


Beispiele sind 

  • Möbelstücke oder Haushaltsgegenstände, die von Großeltern geerbt wurden, aber nicht zum eigenen Lebensstil passen.

  • große Mengen Bücher und Fotos von Verwandten, die du eigentlich kaum gekannt hast


Wenn du an geerbten Gegenständen aus Schuldgefühlen festhältst, macht das dein Zuhause zu einem Museum für die Dinge anderer Menschen. Anstatt deine eigenen Erinnerungen zu schaffen, bist du gefangen in den Überresten der Leben anderer.


Was du tun kannst:

Wenn du diese Sachen loslässt, heißt das nicht, dass die Person oder die Erinnerungen dir nichts bedeutet. Du hast das Recht dein Leben mit deinen Dingen zu leben. Und indem du nur einzelne, bedeutsame Dinge aufbewahrst, kannst du die viel besser würdigen.


Chaos-Grund 7: Die Sachen, für dich ich immer noch bezahle

Diese Blockade lässt sich mit dem Sprichwort „Haben ist besser als brauchen“ zusammenfassen. Menschen behalten Dinge, die sie nicht brauchen oder nutzen weil sie mal teuer waren, weil sie sie „retten“ wollen oder weil sie sie eventuell doch noch mal brauchen könnten.

Anstatt einzusehen, dass das wahrscheinlich nicht passiert, dass die Sachen auch nicht besser werden, wenn sie bei dir im Keller vergammeln und dass das Geld weg ist, hältst du an diesen Sachen fest. Schließlich hast du schon so viel Zeit, Energie, Platz und Geld in sie investiert. Aber das ist ein Trugschluss, denn sie aufzubewahren bringt dir nichts davon zurück.


Was du tun kannst:

Dein Zuhause ist kein Waisenhaus für ungeliebte Sachen. Indem du sie jetzt weg gibst, gibt es noch eine Chance, dass jemand anderes sie nutzt, bevor sie kaputt oder veraltet sind. Das zu tun ist nicht verschwenderisch, im Gegenteil, es sorgt dafür, dass Dinge ihren Zweck erfüllen können.


Chaos und Unzufriedenheit

Das waren die sieben Gründe für Chaos und Unzufriedenheit. Hast du dich in einigen wiedererkannt?

Sie hinter dir zu lassen kann schmerzhaft sein, denn wenn es einfach wäre, hätten die Dinge dich nicht blockiert.

Alle Blockaden haben übrigens etwas gemeinsam: Es geht darum, dich mit Dingen zu umgeben, die dir Freude bringen und die zu deinem echten Leben passen. Aus Chaos und Unzufriedenheit wird so Ordnung und Freude.

Und dafür lohnt es sich, auch schwierige Entscheidungen zu treffen.


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Ich bin Anna-Lena, deine Ordnungs-expertin aus Kassel.

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