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Ordnung im Vorratsschrank

Ordnung im Vorratsschrank - Deine klare Linie

Bis ich etwa 30 Jahre war, habe ich rund um Einkauf und Vorratshaltung von Lebensmitteln nur eine Vorgehensweise gekannt:

(Fast) täglich zu Fuß oder mit dem Rad kleine Einkäufe machen.

Das hat funktioniert weil ich immer in der Stadt gewohnt habe (und musste funktionieren, weil im Alltag kein Auto zur Verfügung stand).


Keine Zeit für kleine Einkäufe

Dann kamen die Kinder und die Tage waren oft so eng getaktet, dass auf dem Weg zwischen Arbeit und Kindergarten keine Zeit blieb, um schnell ein paar Einkäufe zu machen.

Einmal wöchentlich einen größeren Einkauf zu erledigen, war plötzlich sinnvoller und die Vorräte in der Küche wurden größer.

Und dann kam die Pandemie und die Unsicherheit, was wann verfügbar ist.

Die Lebensmittelvorräte zu Hause wuchsen weiter und es kam auch ein bisschen „Preppen“ dazu – Trinkwasser, ein paar fertige Gerichte in Dosen und andere Lebensmittel, die lange haltbar sind und nicht erhitzt oder gekühlt werden müssen.


Problem Food Waste

Damit kam auch das Thema Food Waste auf – also weggeschmissene Lebensmittel. Das ist ein großes Problem, denn wahnsinnig viele Lebensmittel landen im Müll. Dadurch gibst nicht nur du unnötig Geld aus, sondern es werden auch massiv Ressourcen für die Herstellung der Lebensmittel verschwendet.

Das Thema geht also nicht nur dich und mich was an.


Wie kannst du aber dafür sorgen, dass möglichst alles tatsächlich gegessen wird, was in deinem Vorratsschrank landet und für Ordnung im Vorratsschrank sorgen?

Gewohnheiten für mehr Ordnung im Vorratsschrank

Es gibt ein paar grundsätzliche Gewohnheiten für mehr Ordnung im Vorratsschrank:

  • Vor dem Einkauf die Vorräte kontrollieren. So verhinderst du, zu viel oder das Falsche zu kaufen.

  • Mahlzeiten rund um die Vorräte planen. Denk dabei an die Sachen, die bald schlecht werden, aber auch an die „Schrankleichen“ und die besonderen Dinge.

  • Sorgfältig einräumen. Schmeiß nicht einfach den Einkauf in den Schrank, sondern stelle neue Sachen nach hinten, damit du die alten Dinge zuerst verbrauchst.


Ein paar Ideen, wie du das umsetzen kannst und was noch dazu gehört, Lebensmittel ordentlich zu lagern und möglichst wenig Food Waste zu produzieren, habe ich hier für dich.


Wie viele Lebensmittelvorräte sind sinnvoll?

Grundsätzlich solltest du so viel haben, dass es bis zum nächsten Einkauf reicht, plus einen kleinen Puffer. Es ist nicht nur ok, sondern sogar gut, wenn der Kühlschrank vor dem Wocheneinkauf ziemlich leer und traurig aussieht!


So viele Packungen Nudeln braucht ihr wirklich

Wenn ihr zum Beispiel etwa zweimal pro Woche Nudeln esst, jeweils eine Packung braucht und einmal pro Woche einkaufen geht, sind das Minimum zwei Packungen. Mit vier bis sechs Packungen wäre dann schon ein guter Puffer für unvorhergesehene Situationen vorhanden und es gibt mehr Auswahl bei den Sorten.


Wie viele Vorräte sind zu viele Vorräte?

Wenn du aber zehn oder mehr Packungen hast, ist das zu viel für eine normal große Küche. Dann geht es darum, aufzubrauchen, bevor du mehr einkaufst oder auch überzählige Packungen zu spenden. (Wo das geht? Unter dem Beitrag findest du ein paar Ideen.)

Je kürzer Lebensmittel haltbar sind, umso weniger Puffer solltest du einplanen. Überzählige Nudeln können ein paar Jahre liegen bleiben, zu viel gekauftes frisches Fleisch muss nach wenigen Tagen weggeschmissen werden.


Der Platz begrenzt die Vorräte

Neben den Mengen, die gebraucht werden, begrenzt auch der Platz in der Küche die Vorräte.

Damit nichts hinten im Schrank verloren geht und am Ende nochmal gekauft oder schlecht wird, sollte alles gut zu sehen und leicht zu erreichen sein.

Weil in der Küche so häufig Dinge verbraucht und neu gekauft werden, ist es besonders wichtig, die Schränke nicht ganz voll zu machen. Zu volle Schränke machen es ungleich schwieriger, Ordnung zu halten und bieten keine Flexibilität, größere Einkäufe zu verstauen.

Was ist mit Vorräten für Katastrophenfälle?

Wenn du dich mit dem Thema „Preppen“ beschäftigen willst - also Vorräte für Katastrophenfälle anlegen möchtest, findest du ebenfalls unter dem Beitrag Links zu Informationen.


Wie viele Lebensmittelvorräte brauchst du? - Deine klare Linie

Wo solltest du Lebensmittel lagern?

Lebensmittel sollten dort gelagert werden, wo du sie brauchst – also in Küchenschränken oder in der Speisekammer. Je öfter du etwas nutzt, umso wichtiger ist es, dass es in direkter Reichweite ist.


Wenig Platz für viele Vorräte

Wenn es dort aber sehr wenig Platz gibt im Vergleich zu den Mengen, die gebraucht werden oder wenn du bestimmte Dinge bewusst in großen Gebinden kaufst, macht es Sinn, über einen weiteren Lagerplatz nachzudenken. Typischerweise wäre das zum Beispiel der Keller, es gibt aber auch unkonventionelle Plätze, z.B. in einem Schrank im Schlafzimmer.


Viele Vorräte = weniger Arbeit?

Es sollte aber einen guten Grund geben, mehr Vorräte zu haben, als du in Küche und Speisekammer unterbringen kannst. Denn mit einem weiteren Lagerplatz wird es sofort komplizierter, den Überblick zu behalten. Ob du das im Griff behalten kannst oder öfter einkaufen zu gehen die bessere Lösung ist, kannst nur du entscheiden.


Methoden gegen Food Waste

Egal, wo Lebensmittel lagern, gibt es zwei wichtige Methoden, um Food Waste und Chaos zu verhindern.

Wenn du Lebensmittel an mehreren Orten lagerst sind sie unerlässlich:

  • Einkaufen zu Hause und

  • regelmäßige Kontrolle der Vorräte.


Einkaufen zu Hause bedeutet: Bevor etwas auf die Einkaufsliste kommt, wird kontrolliert, ob nicht noch genug da ist. Die Packungen wandern dann aus dem Vorrat zu Verwendung in die Küche. So benutzt du immer die ältesten Vorräte, anstatt nur die neu gekauften.

Trotzdem ist es wichtig, mehrmals im Jahr alles zu kontrollieren, um den Überblick über den Bestand zu behalten und Lebensmittel zu verbrauchen, bevor sie schlecht werden.


Was tun mit Lebensmittel, die ihr nicht mehr esst?

Sicher hast du schon mal neue Rezepte probiert oder Pläne gehabt, deine Ernährung zu ändern, aber die neuen Sachen haben dann doch keinen Platz in deinem regelmäßigen Speiseplan gefunden.


Nicht alle Pläne werden umgesetzt

Hier ist es wie mit anderen Dingen, für die du Pläne hattest, die dann doch nicht wahr werden: Sie nehmen Platz weg und erinnern immer wieder an das „Scheitern“ (es ist natürlich kein Scheitern, die Dinge passen einfach nicht zu deinem aktuellen Leben). Gleichzeitig möchtest du keine guten Lebensmittel wegschmeißen, die Geld und Ressourcen gekostet haben.


Gib ungeliebten Lebensmitteln noch eine letzte Chance

Hier ist mein Tipp: Sammle diese Dinge an einem Ort und nimm dir für die nächsten Wochen vor, ihnen noch eine Chance zu geben. Such passende Rezepte, und lege fest, an welchem Tag du sie kochen wirst.

Wenn dein Widerstand gegen die Dinge so groß ist, dass du das nicht schaffst oder es immer noch nicht schmeckt, darfst du die Sachen ohne schlechtes Gewissen entsorgen. Noch verschlossene Packungen kannst du auch spenden, zum Beispiel an die Tafeln oder über Foodsharing.


Was tun mit besonderen Leckerbissen?

Ob Urlaubsmitbringsel oder Geschenke, vielleicht bewahrst du solche guten und besonderen Lebensmittel für den perfekten Anlass auf, der dann doch nie kommt.


Mach den Alltag besonders

Versuch es anders herum zu sehen: Wenn du an einem normalen Wochentag ein Gericht damit zubereitest, wird das Alltagsessen zu etwas besonderem. Du schaffst dir den Anlass selber.

Und das teure Trüffelöl für die Aldi-Nudeln zu nehmen ist besser, als es im Schrank zu lassen, bis es ranzig geworden ist.


Wie kannst du verhindern, dass Lebensmittel schlecht werden?

Der erste Schritt ist, nur zu kaufen, was und wie viel du rechtzeitig aufbrauchen kannst.


Mit der Iss mich zuerst Kiste gegen Food Waste - Deine klare Linie

„Eat me first“ - Iss mich zuerst

Für Reste kannst du im Kühlschrank und in einem Küchenschrank gut sichtbare Plätze schaffen, zum Beispiel ein Körbchen oder ein spezielles Fach. An diesen Orten lagerst du Lebensmittel, die als nächstes aufgebraucht werden müssen. Mach gerne auch ein Schild daran, was dich daran erinnert, sie zuerst zu essen. So sind sie bei der Planung der nächsten Mahlzeiten im Blickfeld und es ist wahrscheinlicher, dass du sie tatsächlich nutzt.


Ideen für Sachen, die nicht mehr ganz frisch, aber noch ok sind

Es hilft auch, ein paar Rezepte zu kennen, in denen man nicht mehr ganz so knackiges Obst und Gemüse nutzen kann (zum Beispiel Suppen oder Smoothies).


Wie lange ist es haltbar?

Und sicher ist dir klar, dass die meisten Lebensmittel auch nach dem Mindest-Haltbarkeitsdatum noch wochen- oder monatelang gut sind. Nur wenn „verbrauchen bevor“ auf der Packung steht, solltest du das wirklich beachten.


Und was ist mit Vorratsbehältern?

Wenn du wissen möchtest, ob es für dich sinnvoll sein kann Vorratsbehälter zu nutzen, sieh dir auch diesen Beitrag an: "Vorratsbehälter - ja oder nein?"


Was ist mit meinen Vorräten?

Mittlerweile gehe ich lieber wieder etwas häufiger einkaufen. Wir haben für vier Personen vier 60er Unterschränke, die genug Platz für quasi alle Lebensmittel und Vorräte haben. Einer ist ein Vorratsschrank, der ziemlich eng gepackt ist, die anderen sind für die tägliche Benutzung und dort haben die Sachen für besseren Zugriff mehr Platz und sind thematisch sortiert.


Wie versprochen noch ein paar Links:

  • Hier gibt es Infos des Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zum Thema Lebensmittelvorräte für Notsituationen: klick

  • Hier erfährst du mehr zum Foodsharing, inklusive Karte mit Standorten, an denen du Spenden abgeben kannst: klick

  • Hier findest du die Tafeln in Deutschland: klick



Dieser Beitrag wurde zuletzt am 05.06.2024 überarbeitet.


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Ich bin Anna-Lena, deine Ordnungs-expertin aus Kassel.

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